Bis 2. Dezember weiter Ersatzverkehr

Presseinformation vom 18. November 2025

Fahrplanauskünfte regelmäßig falsch

Deutsche Bahn mit Bauarbeiten offenbar überfordert.

Die Eurobahn muss den Ersatzverkehr von Detmold und Lemgo Richtung Bielefeld und Herford mindestens bis zum 1. Dezember weiterführen. Darauf weist der Fahrgastverband PRO BAHN in. Nur auf der Internetseite zuginfo.nrw gibt es zuverlässige Informationen, alle anderen Fahrplan -Medien haben in den letzten Tagen falsche Auskünfte gegeben. Eigentlich hätten die Züge schon am vergangenen Samstag (15. November) wieder rollen sollen.

„Wer sich im Kreis Lippe auf die Bahn verlässt, ist aktuell leider sehr verlassen“, beschreibt Rainer Engel vom Fahrgastverband PRO BAHN die aktuelle Situation. „Die Eurobahn ist selbst das Opfer und kann die Fahrgäste bedauerlicherweise nicht besser informieren. Informationen über den Zustand und die Befahrbarkeit des Streckennetzes kommen von der dafür zuständigen Deutschen Bahn zu spät, und die Auskunftssysteme arbeiten zu langsam. Daher konnte die Eurobahn bisher ausschließlich über die Internetseite zuginfo.nrw informieren.“

Über den Grund der Verlängerung der Bauarbeiten gibt es derzeit keinerlei Information. „Nicht einmal das eigene Informationsportal ‚Streckeninfo‘ der DB weiß heute, dass der Bahnhof Lage nicht befahrbar ist“, berichtet Engel. „Anscheinend ist die für das Schienennetz zuständige DB InfraGO derart personell ausgeblutet, dass die Informationssysteme zusammenbrechen. Wenn wir überhaupt irgendetwas erfahren, dann aus Diskussionsforen, in denen Insider weitergeben, was sie wissen oder beobachten. Aus solchen Quellen erfahren wir auch, dass in den vergangenen Wochen Schwellen und Gleise im Bereich Lemgo ausgewechselt wurden, die dort schon seit einem Jahrhundertdienst getan haben, und es wurden Sicherungen von Bahnübergängen ausgetauscht, die ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. Solche Insider mutmaßen schon, dass auch am 2. Dezember die Züge noch nicht fahren werden. Dass Bauarbeiten, wie die im Kreis Lippe kurzfristig von vier auf sechs Wochen verlängert werden, ist ein bundesweiter Einzelfall. „

Dass Fahrgäste diese Informationen erst auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle bekommen, liegt am unzulänglichen System der europäischen Fahrplanauskunft, von der die Fahrplaninformationen abhängen, die die Reisenden erhalten. „Auch auf der Seite der Eurobahn gibt es falsche Fahrplanauskünfte, daran kann die Eurobahn selbst aber gar nichts ändern. Das Europäische Fahrplanzentrum ändert die Fahrpläne nur mittwochs und freitags, wenn die Daten mit einigem Vorlauf eingegeben wurden. Die Eurobahn und ihre Fahrgäste sind schon mehrfach Opfer dieser langsamen Arbeitsweise geworden. Aktuellere Fahrplaninformationen können zwar kurzfristig eingegeben werden, aber das erfordert einen enormen personellen Mehraufwand. Angesichts der Unzahl an Baustellen im gesamten Betriebsbereich der Eurobahn gibt es auch hier Verzögerungen.“

Auch Mängel im Ersatzverkehr ergeben sich aus den viel zu späten Informationen der DB InfraGO. „Die Eurobahn muss sehr kurzfristig Busse und Fahrer beschaffen. Fahrzeuge und Personal stehen aber nicht auf Abruf bereit. Wir sind schon froh, dass die Eurobahn es schafft, ganz kurzfristig Ersatzverkehr zu organisieren. Da helfen viele aus, die eigentlich verdiente Freizeit oder Urlaub hätten. Dass das nicht ohne Ausfälle abgeht, kann, ist leicht nachzuvollziehen.“

„Wir können nur hoffen, dass die jetzigen Bauarbeiten so gründlich durchgeführt werden, dass irgendwann im nächsten Jahr ein Zustand erreicht wird, der dann wieder lange hält. Aber wir wissen auch, dass bei der DB das Personal knapp und überlastet ist, das die Bauarbeiten prüft und für einen sicheren Betrieb wieder freigibt.“