Erste Stellungnahme – Stand 05.12.2025
Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die konsequente Fortsetzung der Planung durch die Deutsche Bahn. Die stark zunehmende Nachfrage nach Bahnverbindungen für Fernreisende und Güter durch die Kreise Herford und Minden sowie den Landkreis Schaumburg lässt keine andere Wahl, als zwei neue Gleise von Bielefeld bis Hannover zu bauen. Die noch in Arbeit befindliche Fortschreibung des Deutschlandtakts wird daher das Projekt der Neubaustrecke erneut bestätigen.
Verkehrlich beste Variante, erhebliche Vorteile für die Region
Die Entscheidung bedeutet, dass für den Abschnitt von Exter an Vlotho vorbei bis Hannover die Vorzugstrasse schon gefunden ist. Für Ostwestfalen ist diese Entscheidung vorteilhaft, weil der Neubau mit der Bestandsstrecke im Landkreis Schaumburg verknüpft werden kann. Damit ist die Beschleunigung der Verbindungen von Bünde, Löhne, Bad Oeynhausen und Minden nach Hannover um bis zu einer Viertelstunde möglich, weil diese Züge die Neubaustrecke mitbenutzen können. Verkehrlich vorteilhaft ist auch, dass die Umfahrung Wunstorf auch unabhängig vom übrigen Streckenteil gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Dieser Abschnitt ohne Tunnel kann auch von Regionalzügen uneingeschränkt befahren werden. Die S-Bahn Hannover kann auch ohne weiteren Ausbau der Strecke viertelstündlich bis Wunstorf und halbstündlich bis Stadthagen fahren. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass für diesen Bauabschnitt eine sehr hohe Priorität besteht, die sich auch in der Aufnahme von weiteren Planungen und einem vorgezogenen Bau niederschlagen kann.
Schwierige Lage für Herford, Bielefeld-Brake und Bad Salzuflen
Für den Raum Herford – Bad Salzuflen – Bielefeld bedeutet die Entscheidung eine heftige Diskussion über zwei Alternativen. Herford steht vor der Alternative, entweder landwirtschaftliche Flächen bei Elverdissen zu schonen und vielleicht einen ICE-Halt möglich zu machen oder eine Großbaustelle mitten in der Stadt zu vermeiden. Bad Salzuflen steht vor dem Dilemma, dass eine Bahntrasse sehr nah an der Siedlung Elkenbrede vorbeiführt oder eine Direktverbindung nach Bielefeld mit der Bahn unmöglich wird. Für Bielefeld heißt die Alternative, dass neue Gleise entweder mitten durch Brake führen oder nah am Ortsteil Milse vorbei.
Die unterschiedlichen Auswirkungen der zwei noch zur Diskussion stehenden Trassenvarianten sind noch nicht abzuschätzen. Der Fahrgastverband PRO BAHN hofft aber, dass besonnene Politiker und Bürger aus den drei Städten in enger Zusammenarbeit Vor- und Nachteile genau analysieren und zu einer gemeinsamen Empfehlung an die Bahn kommen.
Vergleichende Wertung
Nach den Kriterien, die bereits überblickt werden können, verdient die Trasse an Bad Salzuflen vorbei den Vorzug. Diese vermeidet erhebliche Eingriffe in die Ortslagen im Bereich Brake und Herford und ist effizienter zu bauen. Nicht abschließend beurteilt werden können derzeit die Auswirkungen auf Trinkwasser und Heilquellen. Hierzu dürften ergänzende Untersuchungen erforderlich sein.
Sinnvolle Alternativen nicht geprüft?
In der Region wird geltend gemacht, dass sinnvolle Alternativen nicht geprüft wurden. Doch das trifft so nicht zu. Die Fortschreibung des Deutschlandtakts hat erneut überprüft, ob und wie die großen Neubauprojekte zu planen sind. Der Entwurf wurde bereits Mitte 2025 den Verbänden vorgelegt und liegt auch bei PRO BAHN vor. Danach wird das Projekt unverändert aufrechterhalten, wobei aber die Zielfahrzeit von 31 Minuten nicht mehr der hauptsächliche Grund ist, sondern Untersuchungen übr die erforderliche Kapazität. Die erforderliche Kapazität kann nur erreicht werden, wenn, wenn ab Bielefeld 5 Gleise Richtung Hannover zur Verfügung stehen.
Link zur Stellungnahme zu den noch in Diskussion befindlichen Trassen
Trasse 3 an Bad Salzuflen vorbei
Trasse 4 durch Herford