Bahnübergang Lage, Heidensche Straße nicht fertig

Trotz zwei Monaten Vollsperrung des Bahnhofs Lage (Lippe) ist der Bahnübergang Heidensche Straße in Lage nicht fertiggestellt. Am 21. Dezember 2025 wurde der oben gezeigte Zustand gesichtet: Die Schrankenbäume fehlen, der Bahnübergang wird durch Personal gesichert. Die Sperrzeiten dauern bis zu 10 Minuten. Eine Begründung und Dauer sind nicht bekannt.

Dies hat keinen Zusammenhang damit, dass Straße und Bürgersteige unverändert in einem nicht zeitgemäß Zustand wiederhergestellt wurden. Die Änderung des Bahnübergangs erfridert eine gesonderte Planung, die noch nicht vorliegt.

Stellungnahme zur Trassenwahl für eine Neubaustrecke

Erste Stellungnahme – Stand 05.12.2025

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die konsequente Fortsetzung der Planung durch die Deutsche Bahn. Die stark zunehmende Nachfrage nach Bahnverbindungen für Fernreisende und Güter durch die Kreise Herford und Minden sowie den Landkreis Schaumburg lässt keine andere Wahl, als zwei neue Gleise von Bielefeld bis Hannover zu bauen. Die noch in Arbeit befindliche Fortschreibung des Deutschlandtakts wird daher das Projekt der Neubaustrecke erneut bestätigen.

Verkehrlich beste Variante, erhebliche Vorteile für die Region

Die Entscheidung bedeutet, dass für den Abschnitt von Exter an Vlotho vorbei bis Hannover die Vorzugstrasse schon gefunden ist.  Für Ostwestfalen ist diese Entscheidung vorteilhaft, weil der Neubau mit der Bestandsstrecke im Landkreis Schaumburg verknüpft werden kann. Damit ist die Beschleunigung der Verbindungen von Bünde, Löhne, Bad Oeynhausen und Minden nach Hannover um bis zu einer Viertelstunde möglich, weil diese Züge die Neubaustrecke mitbenutzen können. Verkehrlich vorteilhaft ist auch, dass die Umfahrung Wunstorf auch unabhängig vom übrigen Streckenteil gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Dieser Abschnitt ohne Tunnel kann auch von Regionalzügen uneingeschränkt befahren werden. Die S-Bahn Hannover kann auch ohne weiteren Ausbau der Strecke viertelstündlich bis Wunstorf und halbstündlich bis Stadthagen fahren. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass für diesen Bauabschnitt eine sehr hohe Priorität besteht, die sich auch in der Aufnahme von weiteren Planungen und einem vorgezogenen Bau niederschlagen kann.

Schwierige Lage für Herford, Bielefeld-Brake und Bad Salzuflen

Für den Raum Herford – Bad Salzuflen – Bielefeld bedeutet die Entscheidung eine heftige Diskussion über zwei Alternativen. Herford steht vor der Alternative, entweder landwirtschaftliche Flächen bei Elverdissen zu schonen und vielleicht einen ICE-Halt möglich zu machen oder eine Großbaustelle mitten in der Stadt zu vermeiden. Bad Salzuflen steht vor dem Dilemma, dass eine Bahntrasse sehr nah an der Siedlung Elkenbrede vorbeiführt oder eine Direktverbindung nach Bielefeld mit der Bahn unmöglich wird. Für Bielefeld heißt die Alternative, dass neue Gleise entweder mitten durch Brake führen oder nah am Ortsteil Milse vorbei.
Die unterschiedlichen Auswirkungen der zwei noch zur Diskussion stehenden Trassenvarianten sind noch nicht abzuschätzen. Der Fahrgastverband PRO BAHN hofft aber, dass besonnene Politiker und Bürger aus den drei Städten in enger Zusammenarbeit Vor- und Nachteile genau analysieren und zu einer gemeinsamen Empfehlung an die Bahn kommen.

Vergleichende Wertung

Nach den Kriterien, die bereits überblickt werden können, verdient die Trasse an Bad Salzuflen vorbei den Vorzug. Diese vermeidet erhebliche Eingriffe in die Ortslagen im Bereich Brake und Herford und ist effizienter zu bauen. Nicht abschließend beurteilt werden können derzeit die Auswirkungen auf Trinkwasser und Heilquellen. Hierzu dürften ergänzende Untersuchungen erforderlich sein.

Sinnvolle Alternativen nicht geprüft?

In der Region wird geltend gemacht, dass sinnvolle Alternativen nicht geprüft wurden. Doch das trifft so nicht zu. Die Fortschreibung des Deutschlandtakts hat erneut überprüft, ob und wie die großen Neubauprojekte zu planen sind. Der Entwurf wurde bereits Mitte 2025 den Verbänden vorgelegt und liegt auch bei PRO BAHN vor. Danach wird das Projekt unverändert aufrechterhalten, wobei aber die Zielfahrzeit von 31  Minuten nicht mehr der hauptsächliche Grund ist, sondern Untersuchungen übr die erforderliche Kapazität. Die erforderliche Kapazität kann nur erreicht werden, wenn, wenn ab Bielefeld 5 Gleise Richtung Hannover zur Verfügung stehen.

Link zur Stellungnahme zu den noch in Diskussion befindlichen Trassen
Trasse 3 an Bad Salzuflen vorbei
Trasse 4 durch Herford

Bundesweit einmaliger Skandal: Bauarbeiten bis 19. Dezember im Kreis Lippe

Medienmitteilung – 1. Dezember 2025

Zum bundesweit einmaligen Skandal weiten sich die Bauarbeiten der Deutschen Bahn im Kreis Lippe aus. Das ist die Wertung des Fahrgastverbandes Pro Bahn Nordrhein-Westfalen. Nicht einmal 48 Stunden vor Abfahrt der Züge sind gültige Fahrpläne zu erhalten. Der Fahrgastverband fordert die lippische Politik auf, beim Vorstand der Deutschen Bahn und der Bundesregierung zu protestieren.

Wie die Lippische Landeszeitung am 1. Dezember berichtet, hat die Deutsche Bahn AG ihre Bauarbeiten rund um Lage (Lippe) bis zum 19. Dezember 2025 und damit den Bus-Ersatzverkehr zwischen Bielefeld, Herford, Detmold und Lemgo verlängert. Rainer Engel aus Detmold hat die Fahrplaninformationen an Morgen des 1. Dezember kontrolliert: „Nicht einmal die Eurobahn ist in der Lage, Fahrgäste richtig zu informieren. Auf der Internetseite steht immer noch, dass die Bauarbeiten am 2. Dezember nachts um 01 Uhr enden. Fahrplanauskünfte sagen, dass an 2. Dezember noch Ersatzbusse fahren, dass aber vom 3. Dezember an wieder Züge fahren. Tatsächlich ist aber seit Freitag bekannt, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden und noch bis zum 18. Dezember einschließlich dauern. Die Fahrgäste erfahren das aber nicht rechtzeitig. Verantwortlich ist dafür die DB InfraGO und das sehr schleppend funktionierende Informationssystem der Fahrplanauskünfte.“ Die Streckensperrungen begannen am 18. Oktober und sollten ursprünglich am 15. November beendet sein. Seither wird die Sperrung immer wieder scheibchenweise um einige Tage verlängert.

Für skandalös hält der Fahrgastverband auch die Informationspolitik der DB InfraGO. „Was wir bisher erfahren konnten, sind windelweiche Erklärungen, die keine Nachprüfung erlauben“, so Engel. „Unvorhersehbare Erschwernisse sind zwar möglich, aber diese kann man sehr genau benennen, wenn man will. Die Medien werden anscheinend mit inhaltslosen Worthülsen abgespeist. Wir müssen davon ausgehen, dass Missstände bei den beauftragten Unternehmen oder Organisationsmängel bei DB InfraGO selbst eine wesentliche Rolle spielen, die gegenüber der Öffentlichkeit verschleiert werden sollen. Die Arbeiten in Lage werden durch Steuermittel aus dem Bundeshaushalt finanziert, und die DB InfraGO gehört zu hundert Prozent dem Staat. Daher dürfen die Bürger eine lückenlose Aufklärung verlangen.“
Zum Skandal gehört auch, dass die Bauarbeiten im Sommer 2024 durchgeführt werden sollten. „Damals waren die Strecken bereits vier Wochen lang gesperrt, aber es konnten keine Bauarbeiter gesichtet werden. Erst als die Lippische Landeszeitung darüber berichtete, musste DB InfraGo kleinlaut einräumen, dass sie kein Unternehmen gefunden hatte, um die schon angelieferten Weichen und Schienen einzubauen. Seitdem hat das Material mehr als ein Jahr in Lage herumgelegen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass gravierende Missstände innerhalb der DB InfraGO vorhanden sind. So viele Fehlleistungen der DB an ein und derselben Baustelle sind kein Zufall mehr“, so Engel. „Wir fordern daher alle lippischen Politiker auf, jetzt an höchster Stelle in Berlin zu protestieren.“

Skandalös ist auch die Qualität des Schienenersatzverkehrs. „Busse fallen einfach aus, Fahrgäste müssen stundenlang auf den nächsten warten, und sich dann in überfüllte Wagen quetschen, es gibt keine Informationen im Internet, ob Busse wirklich fahren“, berichtet Engel. „Die Eurobahn, die für den Busverkehr verantwortlich ist, muss sehen, woher sie von heute auf morgen Busse und Busfahrer zaubert. Die Eurobahn steht mit dem Rücken zur Wand, und Busfahrer, die einspringen, bekommen die Wut der Fahrgäste ab. Das wird sich jetzt noch wochenlang fortsetzen.“

„Die Probleme liegen genau bei der Abteilung für das Regionalnetz“, berichtet Engel. „Beim Fernnetz, zu dem zum Beispiel der Bahnhof Herford gehört, kann man sehr schwierige Bauarbeiten termingerecht fertigstellen oder die Ursachen klar benennen“, weiß Engel. „Anscheinend gehört der Kreis Lippe für die Deutsche Bahn zur tiefsten Provinz, der man einfach zumuten kann, dass monatelang keine Züge fahren, und der man das auch nicht erklären muss. Pressemitteilungen zur Verlängerung der Bauarbeiten gibt es nicht.“

„Von Ende März bis Anfang Mai ist schon wieder eine lange Sperrung des Bahnhofs Lage angekündigt, sodass der Schienenverkehr in weiten Teilen des Kreises Lippe stillstehen wird“, berichtet Engel. „Vor bösen Überraschungen ist der Kreis Lippe nicht sicher.“

Die Schweiz hat aus solchen Vorkommnissen bereits Konsequenzen gezogen. „Wer die Strecke sperrt, muss in der Schwyz auch für Ersatzbusse sorgen und kann nicht mehr den Hagel der Proteste auf fremde Röcken umleiten. Die Bundesregierung in Berlin hat aber anscheinend gar kein Interesse an einem funktionierenden Bahnverkehr und regelt nichts.“

 

 

Regionalvorstand neu gewählt

Auf der Regionalversammlung des Regionalverbandes Ostwestfalen-Lippe am  29. November 2025 wurde der Vorstand neu gewählt.

Vorsitzender bleibt Rainer Engel aus Detmold.
Stellvertretender Vorsitzender ist weiterhin Rainer Wester aus Paderborn-Scharmede.
Als Schatzmeister bleibt weiterhin Uwe Döring aus Lemgo im Amt.
Neu wird der Vorstand ergänzt durch Helmut Wilkening aus Detmold und Klaus Harlacher aus Paderborn-Scharmede.
Dr. Rudolf Hüls aus Lage wurde mit großem Dank für seine langjährige Arbeit aus dem Vorstand verabschiedet.

Der anlässlich der Regionalversammlung gezeigte Video-Vortrag ist hier verfügbar.
Auch als Podcast kann dieser Vortrag heruntergeladen werden.
Zum Download bitte die Funktion <Ziel speichern unter> verwenden.
Die Vorträge haben den Stand von Februar 2025. Am 6. Dezember werden neue Informationen von der DB veröffentlicht. Danach werden die Vorträge sehr bald auf den neuesten Stand gebracht.

Bis 2. Dezember weiter Ersatzverkehr

Presseinformation vom 18. November 2025

Fahrplanauskünfte regelmäßig falsch

Deutsche Bahn mit Bauarbeiten offenbar überfordert.

Die Eurobahn muss den Ersatzverkehr von Detmold und Lemgo Richtung Bielefeld und Herford mindestens bis zum 1. Dezember weiterführen. Darauf weist der Fahrgastverband PRO BAHN in. Nur auf der Internetseite zuginfo.nrw gibt es zuverlässige Informationen, alle anderen Fahrplan -Medien haben in den letzten Tagen falsche Auskünfte gegeben. Eigentlich hätten die Züge schon am vergangenen Samstag (15. November) wieder rollen sollen.

„Wer sich im Kreis Lippe auf die Bahn verlässt, ist aktuell leider sehr verlassen“, beschreibt Rainer Engel vom Fahrgastverband PRO BAHN die aktuelle Situation. „Die Eurobahn ist selbst das Opfer und kann die Fahrgäste bedauerlicherweise nicht besser informieren. Informationen über den Zustand und die Befahrbarkeit des Streckennetzes kommen von der dafür zuständigen Deutschen Bahn zu spät, und die Auskunftssysteme arbeiten zu langsam. Daher konnte die Eurobahn bisher ausschließlich über die Internetseite zuginfo.nrw informieren.“

Über den Grund der Verlängerung der Bauarbeiten gibt es derzeit keinerlei Information. „Nicht einmal das eigene Informationsportal ‚Streckeninfo‘ der DB weiß heute, dass der Bahnhof Lage nicht befahrbar ist“, berichtet Engel. „Anscheinend ist die für das Schienennetz zuständige DB InfraGO derart personell ausgeblutet, dass die Informationssysteme zusammenbrechen. Wenn wir überhaupt irgendetwas erfahren, dann aus Diskussionsforen, in denen Insider weitergeben, was sie wissen oder beobachten. Aus solchen Quellen erfahren wir auch, dass in den vergangenen Wochen Schwellen und Gleise im Bereich Lemgo ausgewechselt wurden, die dort schon seit einem Jahrhundertdienst getan haben, und es wurden Sicherungen von Bahnübergängen ausgetauscht, die ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. Solche Insider mutmaßen schon, dass auch am 2. Dezember die Züge noch nicht fahren werden. Dass Bauarbeiten, wie die im Kreis Lippe kurzfristig von vier auf sechs Wochen verlängert werden, ist ein bundesweiter Einzelfall. „

Dass Fahrgäste diese Informationen erst auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle bekommen, liegt am unzulänglichen System der europäischen Fahrplanauskunft, von der die Fahrplaninformationen abhängen, die die Reisenden erhalten. „Auch auf der Seite der Eurobahn gibt es falsche Fahrplanauskünfte, daran kann die Eurobahn selbst aber gar nichts ändern. Das Europäische Fahrplanzentrum ändert die Fahrpläne nur mittwochs und freitags, wenn die Daten mit einigem Vorlauf eingegeben wurden. Die Eurobahn und ihre Fahrgäste sind schon mehrfach Opfer dieser langsamen Arbeitsweise geworden. Aktuellere Fahrplaninformationen können zwar kurzfristig eingegeben werden, aber das erfordert einen enormen personellen Mehraufwand. Angesichts der Unzahl an Baustellen im gesamten Betriebsbereich der Eurobahn gibt es auch hier Verzögerungen.“

Auch Mängel im Ersatzverkehr ergeben sich aus den viel zu späten Informationen der DB InfraGO. „Die Eurobahn muss sehr kurzfristig Busse und Fahrer beschaffen. Fahrzeuge und Personal stehen aber nicht auf Abruf bereit. Wir sind schon froh, dass die Eurobahn es schafft, ganz kurzfristig Ersatzverkehr zu organisieren. Da helfen viele aus, die eigentlich verdiente Freizeit oder Urlaub hätten. Dass das nicht ohne Ausfälle abgeht, kann, ist leicht nachzuvollziehen.“

„Wir können nur hoffen, dass die jetzigen Bauarbeiten so gründlich durchgeführt werden, dass irgendwann im nächsten Jahr ein Zustand erreicht wird, der dann wieder lange hält. Aber wir wissen auch, dass bei der DB das Personal knapp und überlastet ist, das die Bauarbeiten prüft und für einen sicheren Betrieb wieder freigibt.“

 

Ostwestfalen-Lippe: Streckensperrungen 2026

Überblick:

Bis Mai 2026 Sperrungen Kreis Lippe, Herford, Altenbeken – Kassel
Bis Ende 2026 Sperrungen Hamm – Rhein/Ruhr – Mittelrhein und Sieg

Die meisten Fahrpläne sind noch nicht angepasst. Fahrplanänderungen sind erst kurz vor Baubeginn zu erwarten.
Fahrpläne werden oft geändert, ohne dass darüber informiert wird.

Stand 7. Oktober 2025. Alle Angaben ohne Gewähr.
Auf 2 Monate im Voraus können Sperrungen auf https://strecken-info.de/ ermittelt werden. Diese Angaben sind aber nicht vollständig.

Nächtliche Sperrungen Strecken

Auf allen Strecken sind ab etwa 21 Uhr kurzfristig Streckensperrungen nicht ausgeschlossen. Bus-Ersatzfahrpläne werden nicht frühzeitig veröffentlicht, sondern erst wenige Tage vorher in die Auskünfte eingepflegt. Verantwortlich für die späte Information ist in der Regel DB InfraGo.

Details

Bielefeld – Herford – Löhne, Fernverkehr

27.02. – 6.3.2026 Vollsperrung Herford
Kein Fernverkehr in Bielefeld und Herford

Schienenersatzverkehr
Bielefeld – Herford – Löhne
Bielefeld – Herford – Bünde
Herford – Bad Salzuflen
Empfehlung für Autofahrer: Parkplätze hinder dem Bahnhof Löhne und Stadtbahn Bielefeld-Milse.

Kreis Lippe

27.03. – 11.05.2026
46 Tage Sperrung Bad Salzuflen – Lage

Sperrungen und Ersatzverkehr
RB 72 Herford – Lage
Die Datenlage ist unsicher. Angekündigt ist derzeit nur eine Sperrung Bad Salzuflen – Lage. Für diesem Fall ist wieder mit Ersatzverkehr im bisherigen Umfang zu erwarten.

Paderborn – Altenbeken – Kassel

06.03. – 27.03.2026 Warburg – Hofgeismar (RE 11 Paderborn – Kassel unterbrochen, kein Fernverkehr von und nach Altenbeken/Paderborn)
Empfehlung: Zum ICE nach Süddeutschland über Göttingen.

Ostwestfalen-Lippe

03.06. – 19.06. 2026 Altenbeken – Steinheim (Paderborn – Hannover)
24.07.- 10.08.2026 Bünde – Rahden
15.10.- 23.10. 2026 Wellendorf – Osnabrück (Haller Willem)
26.09. – 27.10.2026 Löhne – Vlotho (- Hameln)
30.10.- 03.11.2026 Bünde – Herford / Löhne
30.10.- 13.11.2026 Altenbeken – Höxter-Ottbergen
11.10. –  26.10.2026 Kreiensen – Holzminden.

Quelle: Vorlage des NWL
Hinweis: Der Schienenersatzverkehr betrifft in der Regel längere Strecken als die Sperrung selbst!

Sperrungen auf Zulaufstrecken

09.01. – 10.02. Essen – Duisburg – Düsseldorf
09.10. – 30.10. Essen – Duisburg – Düsseldorf
04.02. – 07.07.2028 Hagen – Unna – Hamm
06.02. – 10.07.2026 Hagen – Wuppertal – Köln
Hagen bleibt mit S-Bahn und RE 4 über Dortmund erreichbar.
S-Bahn und RE 4 Dortmund – Wuppertal stehen zeitweise zur Verfügung.
26.09. – 17.10.2025 Soest – Unna
Ganzes Jahr in wechselnden Abschnitten und Zeiträumen Hagen – Siegen.
Ganzes Jahr  in verschiedenen Abschnitte und Zeiträumen Köln – Bonn – Koblenz – Mainz.

Herford – Minden: Wieder extrem späte Baustellen-Information

Von Freitagabend, 28. Februar 2025 bis 24. März gelten abweichende Fahrpläne zwischen Bielefeld und Minden. Informiert wurde hierüber erst mit einer Pressemitteilung vom Vortag (27. Februar). Erneut werden Bahnpendler in Ostwestfrauen vor den Kopf gestoßen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist entrüstet über die viel zu späte Information.

Vom 28. Februar, 21 Uhr bis zum 24. März fallen Züge von Bielefeld bis Minden aus ganz aus oder es wird in Bad Oeynhausen und Porta nicht gehalten. Es gelten vier Bauphasen mit unterschielidhen Abweichungen:
Vom 28. Februar bis 6. März, 5:00 Uhr fallen aus:
RB 78 Bielefeld – Minden vollständig
RRX 6 Löhne – Minden vollständig
RE 60/70 Halt in Porta in beiden Richtungen
RE 60/70 Halt Bad Oeynhausen in Richtung Bielefeld / Osnabrück
RE 60/70 Halt Löhne in Richtung Bielefeld / Osnabrück
Anschluss RE 70/62 Hannover – Osnabrück wegen Hautausfall Löhne des RE 70.

Vom 6. März 2025 (5:00) bis 11.03.2025 (21:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden

Vom 11. März 2025 (21:00) bis Fr, 14.03.2025 (7:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden– jeweils nachts zwischen 21 Uhr und 7 Uhr
ebenfalls einige Fahrten RE 6, 60, 70

Vom 14. bis 17. März und 21. bis 24. März, jeweils zwischen 21:00 und 7:00 fallen aus
einzelne Züge RE 60, 70, 78 Minden – Kirchlengern / Bielefeld

Der Fernverkehr ist von den Zugausfällen nicht betroffen. Diese Züge können über die sogenannten „Gütergleise“ an der Baustelle vorbeifahren.

Informiert wurde hierüber in einer Pressemitteilung der Westfalenbahn vom 27. Februar 2025. die die Ausfälle der Eurobahn nicht nennt.

„Bauarbeiten sind unvermeidlich, und die Deutsche Bahn als Eigentümer der Schienen versucht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, kommentiert Rainer Engel für den Fahrgastverband PRO BAHN die Situation. „Aber die Information darüber findet oft erst statt, wenn Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Fahrpläne zwei oder drei Tage vor der Abfahrt geändert werden und die Pressemitteilung der Bahnunternehmen erst 24 Stunden vor Baubeginn geschrieben wird. Verantwortlich für die späte Information ist die Deutsche Bahn“, stellt Rainer Engel fest. „Wir bedauern sehr, dass Westfalenbahn und Eurobahn das nicht mitteilen. Die viel zu späte Information ist kein Einzelfall, sondern ein bundesweiter Flächenbrand, der durch die neue Bundesregierung abgestellt werden muss. Schon mehrfach wurden Fahrgäste gerader und um Herford wenige Tage vorher vor vollendete Tatsachen gestellt, und das wird angesichts weiterer Baustellen, von denen wir wissen, auch wieder passieren. Vom 7. bis 13. Juni wird in und durch Herford kein einziger Zug fahren, das sollten sich die Bürger jetzt schon in den Kalender eintragen, weil es in den Fahrplänen noch nicht steht.“

 

Eurobahn-Chaos durch Personalmangel Kreis Lippe: Wie geht es weiter?

Die Personalsituation bei der Eurobahn scheint sich konsolidieren. Seit Anfang März 2025 sind Personalausfälle die Ausnahme. Ausfälle und Verspätungen durch Probleme an der Infrastruktur, aber auch an Fahrzeugen, nehmen zu.

Die bisherige Liste der Personalausfälle wird daher einstweilen nicht weitergeführt.

Zwischenzeitlich hat die Übernahme der Eurobahn durch den Zweckverband NWL stattgefunden. Die Auswirkungen werden erst in geraumer Zeit bekannt sein.

>> Zum Archiv Zugausfälle und Störungen Juli 2024 bis März 2025

 

Zukunft der Eurobahn

Eine Übernahme der Eurobahn durch den SPNV-Aufgabenträger Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) wird vom Fahrgastverband PRO BAHN befürwortet. Dafür gibt es viele Gründe, die wir hier nennen. Insbesondere die Diskussion über finanzielle Risiken einer solchen Übernahme beachtet nicht, dass der Schienenverkehr eine öffentliche Dienstleistung der Daseinsvorsorge ist, zu der es in aller Regel keine ernsthafte Alternative gibt. Die Provokation eines Stillstandes des Schienenverkehrs durch Insolvenz eines Unternehmens ist keine verantwortbare Option.

Die Lage zur Jahreswende 2024/2025

Die finanzielle Situation der Eurobahn kann von außen nicht eingeschätzt werden. Die Situation ist aber nach den äußeren Anzeichen zu schließen, prekär. Nicht ohne Grund hat der NWL die Handlungsmöglichkeiten untersuchen lassen. Zur Pressemitteilung hierzu.
Ein Bericht des WDR gibt Aufschluss über die Lage.

Laufende Verträge der Eurobahn:
Maas-Rhein-Lippe-Netz: RE 3 Hamm – Düsseldorf, RE 13 Hamm – Venlo, Auftraggeber VRR
Laufzeit ursprünglich bis Ende 2025, verlängert bis Ende 2026.  Danach steht die Übernahme des Verkehrs durch die DB-Tochter Start mit Zweisystemfahrzeugen für den Einsatz bis Eindhoven an.
Dieselnetz OWL Nord (RE 82 Bielefeld – Detmold – Altenbeken, RB 67 Bielefeld – Warendorf – Münster, RB 71 Bielefeld – Rahden, RB, 73 Bielefeld – Lemgo-​Lüttfeld, Auftraggeber NWL)
Der Auftrag lief ursprünglich bis Ende 2025 und wurde zweimal um verlängert und gilt jetzt bis Ende 2029.
Hellweg-Netz (RB 50 Münster – Lünen – Dortmund, RB 59 Dortmund –Soest, RB 69 / 89 Münster – Hamm – Bielefeld/Paderborn, Auftraggeber NWL)
Der Vertrag läuft noch bis 2030, die Neuausschreibung steht an.
Teutoburger-Wald-Netz (RB 61 Bielefeld – Bad Bentheim – Hengelo, RB 65 Münster – Rheine, RB 66 Münster – Osnabrück, RB 72Herford  – Paderborn, RE 78 Bielefeld – Nienburg, Auftraggeber NWL)
Der Vertrag läuft noch bis 2032. Die Ausschreibung steht in absehbarer Zeit an.

Wer ist für die Misere verantwortlich?

Ein Grund ist der Grundsatz der Vergabe von Betriebsleistungen durch Ausschreibungen: „Der billigste Anbieter gewinnt.“ So gesehen liegt die Antwort nahe, dass sich das Unternehmen Eurobahn verkalkuliert hat. Es dürfte nach den von Anfang an bestehenden Problemen (siehe Wikipedia) davon auszugehen sein, dass eine solche generelle Fehlkalkulation der Ausgangspunkt der Probleme ist, die letztlich dazu geführt hat, dass sich der hinter der Eurobahn stehende Keolis-Konzern entschlossen hat, die Geschäftstätigkeit in Deutschland einzustellen und die Eurobahn an eine Finanz-Holding zu verkaufen. Diese sollte das Unternehmen an ein anderes Eisenbahn-Unternehmen weiterverkaufen, was bisher nicht realisiert werden konnte.
Die Geschäftsführer, die die vor etwa 10 Jahren und früher geschlossenen Verträge zu verantworten haben, sind nicht mehr im Amt, die heutigen Verantwortlichen müssen mit der Lage zurechtkommen.
Die Situation wurde aber durch Ereignisse verschärft, die zur Zeit des Abschlusses der Verträge so nicht absehbar waren:
* Massiv steigende Personalkosten,
* Verknappung des verfügbaren Personals sowohl aufgrund der demografischen Entwicklung als auch aufgrund der geringen Attraktivität des Schichtdienstes,
* Eine massiv erhöhte Bautätigkeit bei DB Netz / DB InfraGo mit einem nicht vorhergesehenen Aufwand für Umorganisation und Ersatzverkehr.
Unter diesen Bedingungen gerät jedes Unternehmen an die Grenzen seiner finanziellen Stabilität. Andere Unternehmen sind aus solchen Gründen in ähnliche Schieflagen geraten (Abellio, Metronom, GoAhead), mit sehr unterschiedlichen Folgen, die aber letztlich immer finanziell zulasten der Besteller gingen.
Aufgrund der schon anfänglichen Probleme ist die Eurobahn im Bereich Personal von Abgängen in besonderem Ausmaß betroffen. Anders ausgedrückt: Die Ursachen sind vielfältig, die Suche nach einem persönlich Verantwortlichen ist nicht sinnvoll und hilft nicht bei der Bewältigung des Problems.

Was geschieht, wenn nichts geschieht? Stillstand!

Letztlich muss ein Unternehmen früher oder später Insolvenz anmelden, wenn die Einnahmen nicht ausreichen. Da auch für die Zukunft die profitable Führung des Unternehmens nicht zu erwarten ist, würde eine Durchführung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverantwortung fraglich sein, sodass die Bestellung eines Insolvenzverwalters erforderlich würde. Letztlich ist im Fall Abellio Rail die Bestellung des Insolvenzverwalter mit dem Zeitpunkt zusammengefallen, zu dem die Betriebsleistung eingestellt wurde. Ob ein Insolvenzverwalters den Betrieb noch weiterführen könnte, ist eine Frage, die vorab nicht einzuschätzen ist. Letztlich muss der Insolvenzverwalter so handeln, dass keine weiteren Verluste entstehen, und das kann auch die sofortige Betriebseinstellung bedeuten. Die Arbeitnehmer würden vorübergehend Konkursausfallgeld beziehen, aber es würden keine Züge fahren.
Damit müsste der Betrieb so schnell wie möglich im Wege der Notvergabe an andere Unternehmen vergeben werden. Im Fall Abellio Rail konnte hierfür ein Zeitraum von etwa 7 Monaten genutzt werden, der zwischen der Anmeldung der Insolvenz und der Betriebsaufnahme durch andere Unternehmen lag. Ob diese Frist in Sachen Eurobahn überhaupt noch möglich ist, ist fraglich. In diesem Zeitraum müssen Unternehmen gefunden werden, die ein Angebot für die Betriebsübernahme machen und im Hintergrund enorm viele Verträge erneuert werden, mit Leasing-Unternehmen, Dienstleistern und DB InfraGo. Letztlich muss der SPNV-Aufgabenträger dem neuen Unternehmen zahlen, was gefordert wird. Dieses finanzielle Risiko ist nicht vorab kalkulierbar.

Die Übernahme des Unternehmens bietet mehr Optionen

Durch die Abwicklung der bisherigen Verträge im Unternehmen Eurobahn können die Risiken einer Insolvenz vermieden werden. Die Möglichkeiten einer Inhouse-Vergabe und die Möglichkeit, laufende Verkehrsverträge auf ein auskömmliches Niveau anzupassen, sind deutlich flexibler nutzbar als im Rahmen einer Notvergabe.

Besondere Bedingungen des Dieselnetzes Nord: Umstellung auf Batterie-Fahrzeuge

Für das Dieselnetz Nord und einige andere Strecken sind bereits neue Triebfahrzeuge ausgeschrieben worden. (Details siehe hier). Aufgrund der aktuell großen Nachfrage nach solchen Fahrzeugen und gleichzeitig einem zunehmenden Personalmangel bei den Herstellern kommt es zu erheblichen Verzögerungen der Lieferung. Eine Übernahme der Eurobahn durch den NWL und damit durch eine unmittelbare Verfügbarkeit über diverse Vertragsbedingungen kann ermöglicht werden, den Übergang von den Dieselfahrzeugen zu Elektrofahrzeugen deutlich flexibler zu gestalten und damit Risiken erheblich abzufedern. In der augenblicklichen Situation ist nicht absehbar, ob ein klassischer Übergang zu einem Stichtag X an einen neuen Betreiber funktionieren kann. Das Land Schleswig-Holstein hat mit einer Diesel-Übergangsflotte und einem schrittweisen Hochfahren des Einsatzes der neuen Fahrzeuge gute Erfahrungen gemacht.

Die finanziellen Risiken

Keine Teilnahme am Wirtschaftsleben ist ohne Risiko. Das gilt auch für die Ausschreibung von Schienenverkehrsleistungen. Diese Risiken werden nicht dadurch kleiner, wenn Verkehrsleistungen durch beauftragte Unternehmen ausgeführt werden – die Insolvenz der Abellio Rail hat dies unmissverständlich spürbar gemacht und gezeigt, dass das System Ausschreibung in der Praxis nicht frei von Risiken ist. Es kann sogar langfristig von Vorteil sein, wenn Aufgabenträger über eigene Unternehmen verfügen, in die sie deutlich tiefere Einblicke in die Geschäftstätigkeit haben als in die extern beauftragten Unternehmen. Der schienengebundene öffentliche Verkehr in den Städten wird in aller Regel in Deutschland bisher nicht ausgeschrieben, sondern als Inhouse-Vergabe dem eigenen Verkehrsunternehmen übertragen. Dass die Eigentümer dieser Unternehmen unkalkulierbare Risiken übernehmen würden, ist nicht bekannt. Vielmehr können die Risiken, die durch Fehleinschätzungen entstehen, in aller Regel durch einen besseren Einfluss auf das Leistungsangebot und Investitionen minimiert werden. Ein eigenes Verkehrsunternehmen hat darüber hinaus einen unschätzbaren Vorteil: die Kontinuität der Personalzugehörigkeit. Dieser Vorteil wird derzeit sehr deutlich: Nur in der allerersten Zeit funktionierten Betriebsübergaben von einem zu einem anderen Unternehmen ohne Probleme. Je knapper Arbeitskräfte werden, umso eher nutzen Arbeitnehmer die Möglichkeit, vorzeitig sich einen „besseren“ Arbeitgeber zu suchen. Genau das ist das gegenwärtige Problem der Eurobahn und seines Auftraggebers:  Das Verkehrsangebot für die Fahrgäste kann nicht mehr sichergestellt werden. Dabei ist der Schienenverkehr in aller Regel alternativlos, denn Busse brauchen die doppelte und dreifache Zeit für die gleiche Strecke und können nicht das Platzangebot sicherstellen, dass in den Triebwagen vorgehalten werden kann

Kommentar zur 2. Herforder Erklärung

Die zweite Herorder Erklärung fordert unter anderem einen Planungsstopp für die Neubaustrecke Bielefeld – Hannover.
Unwissen, Ignoranz, Verschleierung, Selbstgerechtigkeit und Narrative prägen diese Erklärung. Maximalforderungen werden aufgestellt, die darauf hinauslaufen, dass in Ostwestfalen-Lippe NICHTS neu gebaut werden darf. Für eine internationale Bahnverbindung ist das keine Basis für das Handeln der Bundesregierung. Solche Forderungen erhält die Bundesregierung von allen, die den Bau von Bahninfrastruktur verhindern wollen, überall, wo neu gebaut werden soll.
Den ausführlichen Kommentar finden Sie hier.