Stellungnahme dritte Herforder Erklärung

Amtsträger aus dem Raum zwischen Herford und Schaumburg haben am 10. Dezember 2025 eine „Dritte gemeinsame Herforder Erklärung“ angekündigt.

In dieser Erklärung werden drei Kernforderungen aufgestellt. Zu diesen Kernforderungen nimmt der Fahrgastverband PRO BAHN Stellung:

Kernforderung der dritten Herforder Erklärung:
„Wir fordern, dass die weiteren Planungen ohne Vorfestlegung auf eine Fahrzeit zwischen Bielefeld und Hannover von 31 Minuten und ohne Vorfestlegung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h erfolgen.“

Kommentar:
Der Fahrgastverband PRO BAHN empfiehlt der Bundesregierung, der Forderung zu entsprechen, eine Planung vorzulegen, die nur die Anforderungen des Deutschlandtakts an die Kapazität erfüllt, nicht aber die Vorgaben an die Fahrzeit. Allein aus den Anforderungen für die Kapazität des Schienennetzes gemäß der Fortschreibung Deutschlandtakt ergibt sich, dass auch dann zwischen Bielefeld und Minden sechs statt bisher vier Gleise erforderlich sind. Diese zusätzlichen zwei Gleise erfordern Eingriffe in die Anliegergemeinden der Bestandsstrecke, die weitaus gravierender sind als die Eingriffe durch eine Neubaustrecke. Genauso wie schon beim Projekt Hamburg – Hannover ist die Bewertung des Ausbaues der Bestandsstrecke auf die notwendige Kapazität wesentlich ungünstiger.

Die ausführliche Begründung ist in Arbeit und wird hier demnächst zur Verfügung stehen.

Kernforderung der dritten Herforder Erklärung:
„Wir fordern eine transparente und vollumfängliche Darstellung und Abwägung aller entstehenden Kosten und Nutzen sowie belastbare Aussagen zur finanziellen Realisierbarkeit.“

Kommentar:
Der Fahrgastverband PRO BAHN unterstützt die Forderung nach Transparenz bei Kosten und Nutzen. PRO BAHN geht aber davon aus, dass die Bundesregierung dieser Forderung im Rahmen der Vorlage des Projekts an den Deutschen Bundestag genauso nachkommen wird, wie sie es zum Projekt Hamburg – Hannover handhabt.

Die ausführliche Begründung ist in Arbeit und wird hier demnächst zur Verfügung stehen. Bis dahin verweisen wir auf die Bundestagsdrucksache zum Projekt Hamburg – Hannover.

Kernforderung der dritten Herforder Erklärung:
„Wir fordern weiterhin, die für den bisherigen Ausbau geplanten Ressourcen insbesondere für einen wirtschaftlichen Ausbau und die Instandhaltung der Bestandsstrecke zu verwenden.“

Kommentar:
Der Fahrgastverband PRO BAHN sieht keinen Konflikt zwischen den Anforderungen an die Finanzierung der Instandhaltung des Schienennetzes und der Finanzierung der Neubaustrecke. Die Generalsanierungen sollen bis 2035 abgeschlossen sein, der Bau einer Neubaustrecke kann frühestens 2035 beginnen.

Die ausführliche Begründung ist in Arbeit und wird hier demnächst zur Verfügung stehen.

 

Welche Chance hat der ICE Paderborn – München?

Eine detaillierte Analyse ergibt, dass der einmal am Tag verkehrende ICE Dortmund – Paderborn – München zumindest kurzfristig keine Chance für eine Wiedereinführung hat. Das ist bedauerlich, aber realitätsnah.

Der ICE durch Ostwestfalen nach Lippe

Der ICE
wurde vom Fahrplanjahr 2011 bis zum Fahrplanjahr 2025 angeboten und
fuhr immer in etwa nach diesem Fahrplan
Dortmund Hbf ab 09:42
Hamm(Westf) 10:02 / 10:07
Soest 10:20 / 10:22
Lippstadt 10:31 / 10:33
Paderborn Hbf 10:47 / 10:49
Altenbeken 11:01 / 11:03
Warburg(Westf) 11:23 / 11:25
Kassel-Wilhelmshöhe 11:56 / 11:58
Fulda 12:26 / 12:28
Würzburg Hbf 12:57 / 13:07 Vereinigung mit Flügelzug aus Essen
Nürnberg Hbf 14:00 / 14:03
München Hbf an 15:09

München Hbf 10:47 ab 13.7
Nürnberg Hbf 11:57 / 12:00
Würzburg Hbf 12:53 / 13:01 Trennung von Zugteil nach Essen
Fulda 13:30 / 13:32
Kassel-Wilhelmshöhe 14:00 / 14:02
Warburg(Westf) 14:31 / 14:33
Altenbeken 14:54 / 14:56
Paderborn Hbf 15:08 / 15:10
Lippstadt 15:24 / 15:26
Soest 15:35 / 15:37
Hamm(Westf) 15:52 / 15:56
Dortmund Hbf an 16:16
Westlich von Dortmund wurde von unterschiedlichen Zielen zu, zu unterschiedlichen Zeilen gefahren. Dabei wurde immer eine Leistung auf der Schnellfahrstrecke Köln – Frankfurt mit Zwischenhalten erbracht.

Die Entstehung des Angebots

Ausgangspunkt war eine in der Mittagszeit ungenügende Auslastung der ICE-Linie Essen – München und der Bedarf an zusätzlichen Fahrten Köln – Wiesbaden / Frankfurt über die Schnellfahrstrecke für den starken Pendlerverkehr.

Negative Auswirkungen auf den Regionalverkehr

Der Fahrplan belegte exakt den Taktfahrplan des RE 11 Düsseldorf – Hamm – Kassel. Da schon jeweils eine Stunde vorher bzw. nachher ein IC im Fahrplan stand, der mit Fahrgästen des Nahverkehrs nicht nutzbar, wurde der RE 11 im Abschnitt Hamm – Kassel später (Richtung Kassel) bzw. früher (Richtung Hamm) gefahren, was zu umfangreichen Anschlussverlusten führte. Der ICE war mithin ein Fremdkörper im Taktfahrplan.

Die Gründe für die Streichung des Angebots

Für das Fahrplanjahr 2026 hat die DB ihr Liniennetz insgesamt gestrafft und wegen anstehender Generalsanierungen, ständig zunehmender Verspätungen grundlegend gestrafft und vereinheitlicht. In diesem Zuge wurden vor allem Einzelleistungen außerhalb der Takte gestrichen.
Die konkreten Gründe für die Streichung:
* Hoher Aufwand an Personal:
Da die Züge gleichzeitig in Würzburg waren, konnte das Personal nicht von Hamm bis Würzburg eingesetzt werden. Dies führte zu mehreren Personalwechseln bei schwieriger Schichtplanung.
* Wegfall der ursprünglichen Wirtschaftlichkeit:
Flügelzüge wie der nach München erzeugen besondere Probleme bei Verspätungen. Kommt einer der beiden Zugteile verspätet nach Würzburg, muss der andere Zugteil warten, was Fahrgäste verärgert. Ist die Verspätung zu groß, so muss der erheblich verspätete Zugteil in Würzburg enden, die Fahrgäste müssen mit anderen Zügen weiterfahren. Es ist kein Lokführer verfügbar, der den zweiten Zugteil weiterfahren könnte. Weiter fehlt der zweite Zugteil bei der Anschlussleistung nach Stuttgart, was entweder zur völligen Überfüllung führt oder es muss extra ein weiterer Zug aus der Abstellung geholt werden, was außerplanmäßig Personal erfordert.
* Nachteile für Fahrgäste bei größeren Verspätungen
Hohes gilt für die Richtung nach München. Bei kleineren Verspätungen müssen Fahrgäste des pünktlichen Zugteils auf den anderen Zugteil warten. Bei größeren Verspätungen müssen Fahrgäste in Würzburg aussteigen und mit anderen Zügen weiterfahren. Das Fahrzeug muss mit zusätzlichem Personal überführt werden.
* Nachlassende Nachfrage
Aufgrund der Einführung des Deutschlandtickets ist die Nachfrage Richtung Dortmund und weiter eingebrochen, da der ICE kaum zeitliche Vorteile bietet.

Warum genügen viele gute und richtige Argumente nicht?

Fernverkehr wird eigenwirtschaftlich angeboten. Das ist mit der Bahnreform 1994 politisch entschieden worden. Eine Änderung ist nicht in Sicht. Daher fahren ICE-Züge dort, wo das meiste Geld zu verdienen ist.

Ist ein alternatives Angebot in ähnlicher Form zu erwarten?

Im Prinzip ja – aber die Hürden sind sehr hoch.
Der ICE über Paderborn ist nicht wegen mangelnder Nachfrage eingestellt worden, sondern weil woanders mit dem gleichen Aufwand mehr verdient werden kann.
Die Führung als Flügelzug wird voraussichtlich nicht zurückkehren. Eine eigenständige Führung stößt aber auf das Problem, dass die Streckenabschnitte Würzburg – Nürnberg und Ingolstadt – München die notwendige Kapazität nicht hergeben und überlastet sind. Erst die Verwirklichung der Deutschlandtakt-Projekte kann Abhilfe schaffen.

Wofür setzt sich der Fahrgastverband PRO BAHN ein?

Für die Verstärkung des RE 11 um ein zweites Fahrzeug, damit genügend Kapazität verfügbar ist. Gegenwärtig kann ein zweites Fahrzeug nicht angehängt werden, weil die Bahnsteige in Willebadessen und Hofgeismar zu kurz sind.
Und für eine sogenannte überschlagende Wende in Kassel, damit Verspätungen nicht gleich in die Gegenrichtung zurückgeschickt werden.
Diese Ziele verfolgt auch der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe und verdient hierfür Unterstützung.

 

 

 

Bahnübergang Lage, Heidensche Straße nicht fertig

Trotz zwei Monaten Vollsperrung des Bahnhofs Lage (Lippe) ist der Bahnübergang Heidensche Straße in Lage nicht fertiggestellt. Am 21. Dezember 2025 wurde der oben gezeigte Zustand gesichtet: Die Schrankenbäume fehlen, der Bahnübergang wird durch Personal gesichert. Die Sperrzeiten dauern bis zu 10 Minuten. Eine Begründung und Dauer sind nicht bekannt.

Dies hat keinen Zusammenhang damit, dass Straße und Bürgersteige unverändert in einem nicht zeitgemäß Zustand wiederhergestellt wurden. Die Änderung des Bahnübergangs erfridert eine gesonderte Planung, die noch nicht vorliegt.

Stellungnahme zur Trassenwahl für eine Neubaustrecke

Erste Stellungnahme – Stand 05.12.2025

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die konsequente Fortsetzung der Planung durch die Deutsche Bahn. Die stark zunehmende Nachfrage nach Bahnverbindungen für Fernreisende und Güter durch die Kreise Herford und Minden sowie den Landkreis Schaumburg lässt keine andere Wahl, als zwei neue Gleise von Bielefeld bis Hannover zu bauen. Die noch in Arbeit befindliche Fortschreibung des Deutschlandtakts wird daher das Projekt der Neubaustrecke erneut bestätigen.

Verkehrlich beste Variante, erhebliche Vorteile für die Region

Die Entscheidung bedeutet, dass für den Abschnitt von Exter an Vlotho vorbei bis Hannover die Vorzugstrasse schon gefunden ist.  Für Ostwestfalen ist diese Entscheidung vorteilhaft, weil der Neubau mit der Bestandsstrecke im Landkreis Schaumburg verknüpft werden kann. Damit ist die Beschleunigung der Verbindungen von Bünde, Löhne, Bad Oeynhausen und Minden nach Hannover um bis zu einer Viertelstunde möglich, weil diese Züge die Neubaustrecke mitbenutzen können. Verkehrlich vorteilhaft ist auch, dass die Umfahrung Wunstorf auch unabhängig vom übrigen Streckenteil gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Dieser Abschnitt ohne Tunnel kann auch von Regionalzügen uneingeschränkt befahren werden. Die S-Bahn Hannover kann auch ohne weiteren Ausbau der Strecke viertelstündlich bis Wunstorf und halbstündlich bis Stadthagen fahren. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass für diesen Bauabschnitt eine sehr hohe Priorität besteht, die sich auch in der Aufnahme von weiteren Planungen und einem vorgezogenen Bau niederschlagen kann.

Schwierige Lage für Herford, Bielefeld-Brake und Bad Salzuflen

Für den Raum Herford – Bad Salzuflen – Bielefeld bedeutet die Entscheidung eine heftige Diskussion über zwei Alternativen. Herford steht vor der Alternative, entweder landwirtschaftliche Flächen bei Elverdissen zu schonen und vielleicht einen ICE-Halt möglich zu machen oder eine Großbaustelle mitten in der Stadt zu vermeiden. Bad Salzuflen steht vor dem Dilemma, dass eine Bahntrasse sehr nah an der Siedlung Elkenbrede vorbeiführt oder eine Direktverbindung nach Bielefeld mit der Bahn unmöglich wird. Für Bielefeld heißt die Alternative, dass neue Gleise entweder mitten durch Brake führen oder nah am Ortsteil Milse vorbei.
Die unterschiedlichen Auswirkungen der zwei noch zur Diskussion stehenden Trassenvarianten sind noch nicht abzuschätzen. Der Fahrgastverband PRO BAHN hofft aber, dass besonnene Politiker und Bürger aus den drei Städten in enger Zusammenarbeit Vor- und Nachteile genau analysieren und zu einer gemeinsamen Empfehlung an die Bahn kommen.

Vergleichende Wertung

Nach den Kriterien, die bereits überblickt werden können, verdient die Trasse an Bad Salzuflen vorbei den Vorzug. Diese vermeidet erhebliche Eingriffe in die Ortslagen im Bereich Brake und Herford und ist effizienter zu bauen. Nicht abschließend beurteilt werden können derzeit die Auswirkungen auf Trinkwasser und Heilquellen. Hierzu dürften ergänzende Untersuchungen erforderlich sein.

Sinnvolle Alternativen nicht geprüft?

In der Region wird geltend gemacht, dass sinnvolle Alternativen nicht geprüft wurden. Doch das trifft so nicht zu. Die Fortschreibung des Deutschlandtakts hat erneut überprüft, ob und wie die großen Neubauprojekte zu planen sind. Der Entwurf wurde bereits Mitte 2025 den Verbänden vorgelegt und liegt auch bei PRO BAHN vor. Danach wird das Projekt unverändert aufrechterhalten, wobei aber die Zielfahrzeit von 31  Minuten nicht mehr der hauptsächliche Grund ist, sondern Untersuchungen übr die erforderliche Kapazität. Die erforderliche Kapazität kann nur erreicht werden, wenn, wenn ab Bielefeld 5 Gleise Richtung Hannover zur Verfügung stehen.

Link zur Stellungnahme zu den noch in Diskussion befindlichen Trassen
Trasse 3 an Bad Salzuflen vorbei
Trasse 4 durch Herford

Bundesweit einmaliger Skandal: Bauarbeiten bis 19. Dezember im Kreis Lippe

Medienmitteilung – 1. Dezember 2025

Zum bundesweit einmaligen Skandal weiten sich die Bauarbeiten der Deutschen Bahn im Kreis Lippe aus. Das ist die Wertung des Fahrgastverbandes Pro Bahn Nordrhein-Westfalen. Nicht einmal 48 Stunden vor Abfahrt der Züge sind gültige Fahrpläne zu erhalten. Der Fahrgastverband fordert die lippische Politik auf, beim Vorstand der Deutschen Bahn und der Bundesregierung zu protestieren.

Wie die Lippische Landeszeitung am 1. Dezember berichtet, hat die Deutsche Bahn AG ihre Bauarbeiten rund um Lage (Lippe) bis zum 19. Dezember 2025 und damit den Bus-Ersatzverkehr zwischen Bielefeld, Herford, Detmold und Lemgo verlängert. Rainer Engel aus Detmold hat die Fahrplaninformationen an Morgen des 1. Dezember kontrolliert: „Nicht einmal die Eurobahn ist in der Lage, Fahrgäste richtig zu informieren. Auf der Internetseite steht immer noch, dass die Bauarbeiten am 2. Dezember nachts um 01 Uhr enden. Fahrplanauskünfte sagen, dass an 2. Dezember noch Ersatzbusse fahren, dass aber vom 3. Dezember an wieder Züge fahren. Tatsächlich ist aber seit Freitag bekannt, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden und noch bis zum 18. Dezember einschließlich dauern. Die Fahrgäste erfahren das aber nicht rechtzeitig. Verantwortlich ist dafür die DB InfraGO und das sehr schleppend funktionierende Informationssystem der Fahrplanauskünfte.“ Die Streckensperrungen begannen am 18. Oktober und sollten ursprünglich am 15. November beendet sein. Seither wird die Sperrung immer wieder scheibchenweise um einige Tage verlängert.

Für skandalös hält der Fahrgastverband auch die Informationspolitik der DB InfraGO. „Was wir bisher erfahren konnten, sind windelweiche Erklärungen, die keine Nachprüfung erlauben“, so Engel. „Unvorhersehbare Erschwernisse sind zwar möglich, aber diese kann man sehr genau benennen, wenn man will. Die Medien werden anscheinend mit inhaltslosen Worthülsen abgespeist. Wir müssen davon ausgehen, dass Missstände bei den beauftragten Unternehmen oder Organisationsmängel bei DB InfraGO selbst eine wesentliche Rolle spielen, die gegenüber der Öffentlichkeit verschleiert werden sollen. Die Arbeiten in Lage werden durch Steuermittel aus dem Bundeshaushalt finanziert, und die DB InfraGO gehört zu hundert Prozent dem Staat. Daher dürfen die Bürger eine lückenlose Aufklärung verlangen.“
Zum Skandal gehört auch, dass die Bauarbeiten im Sommer 2024 durchgeführt werden sollten. „Damals waren die Strecken bereits vier Wochen lang gesperrt, aber es konnten keine Bauarbeiter gesichtet werden. Erst als die Lippische Landeszeitung darüber berichtete, musste DB InfraGo kleinlaut einräumen, dass sie kein Unternehmen gefunden hatte, um die schon angelieferten Weichen und Schienen einzubauen. Seitdem hat das Material mehr als ein Jahr in Lage herumgelegen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass gravierende Missstände innerhalb der DB InfraGO vorhanden sind. So viele Fehlleistungen der DB an ein und derselben Baustelle sind kein Zufall mehr“, so Engel. „Wir fordern daher alle lippischen Politiker auf, jetzt an höchster Stelle in Berlin zu protestieren.“

Skandalös ist auch die Qualität des Schienenersatzverkehrs. „Busse fallen einfach aus, Fahrgäste müssen stundenlang auf den nächsten warten, und sich dann in überfüllte Wagen quetschen, es gibt keine Informationen im Internet, ob Busse wirklich fahren“, berichtet Engel. „Die Eurobahn, die für den Busverkehr verantwortlich ist, muss sehen, woher sie von heute auf morgen Busse und Busfahrer zaubert. Die Eurobahn steht mit dem Rücken zur Wand, und Busfahrer, die einspringen, bekommen die Wut der Fahrgäste ab. Das wird sich jetzt noch wochenlang fortsetzen.“

„Die Probleme liegen genau bei der Abteilung für das Regionalnetz“, berichtet Engel. „Beim Fernnetz, zu dem zum Beispiel der Bahnhof Herford gehört, kann man sehr schwierige Bauarbeiten termingerecht fertigstellen oder die Ursachen klar benennen“, weiß Engel. „Anscheinend gehört der Kreis Lippe für die Deutsche Bahn zur tiefsten Provinz, der man einfach zumuten kann, dass monatelang keine Züge fahren, und der man das auch nicht erklären muss. Pressemitteilungen zur Verlängerung der Bauarbeiten gibt es nicht.“

„Von Ende März bis Anfang Mai ist schon wieder eine lange Sperrung des Bahnhofs Lage angekündigt, sodass der Schienenverkehr in weiten Teilen des Kreises Lippe stillstehen wird“, berichtet Engel. „Vor bösen Überraschungen ist der Kreis Lippe nicht sicher.“

Die Schweiz hat aus solchen Vorkommnissen bereits Konsequenzen gezogen. „Wer die Strecke sperrt, muss in der Schwyz auch für Ersatzbusse sorgen und kann nicht mehr den Hagel der Proteste auf fremde Röcken umleiten. Die Bundesregierung in Berlin hat aber anscheinend gar kein Interesse an einem funktionierenden Bahnverkehr und regelt nichts.“

 

 

Regionalvorstand neu gewählt

Auf der Regionalversammlung des Regionalverbandes Ostwestfalen-Lippe am  29. November 2025 wurde der Vorstand neu gewählt.

Vorsitzender bleibt Rainer Engel aus Detmold.
Stellvertretender Vorsitzender ist weiterhin Rainer Wester aus Paderborn-Scharmede.
Als Schatzmeister bleibt weiterhin Uwe Döring aus Lemgo im Amt.
Neu wird der Vorstand ergänzt durch Helmut Wilkening aus Detmold und Klaus Harlacher aus Paderborn-Scharmede.
Dr. Rudolf Hüls aus Lage wurde mit großem Dank für seine langjährige Arbeit aus dem Vorstand verabschiedet.

Der anlässlich der Regionalversammlung gezeigte Video-Vortrag ist hier verfügbar.
Auch als Podcast kann dieser Vortrag heruntergeladen werden.
Zum Download bitte die Funktion <Ziel speichern unter> verwenden.
Die Vorträge haben den Stand von Februar 2025. Am 6. Dezember werden neue Informationen von der DB veröffentlicht. Danach werden die Vorträge sehr bald auf den neuesten Stand gebracht.

Bis 2. Dezember weiter Ersatzverkehr

Presseinformation vom 18. November 2025

Fahrplanauskünfte regelmäßig falsch

Deutsche Bahn mit Bauarbeiten offenbar überfordert.

Die Eurobahn muss den Ersatzverkehr von Detmold und Lemgo Richtung Bielefeld und Herford mindestens bis zum 1. Dezember weiterführen. Darauf weist der Fahrgastverband PRO BAHN in. Nur auf der Internetseite zuginfo.nrw gibt es zuverlässige Informationen, alle anderen Fahrplan -Medien haben in den letzten Tagen falsche Auskünfte gegeben. Eigentlich hätten die Züge schon am vergangenen Samstag (15. November) wieder rollen sollen.

„Wer sich im Kreis Lippe auf die Bahn verlässt, ist aktuell leider sehr verlassen“, beschreibt Rainer Engel vom Fahrgastverband PRO BAHN die aktuelle Situation. „Die Eurobahn ist selbst das Opfer und kann die Fahrgäste bedauerlicherweise nicht besser informieren. Informationen über den Zustand und die Befahrbarkeit des Streckennetzes kommen von der dafür zuständigen Deutschen Bahn zu spät, und die Auskunftssysteme arbeiten zu langsam. Daher konnte die Eurobahn bisher ausschließlich über die Internetseite zuginfo.nrw informieren.“

Über den Grund der Verlängerung der Bauarbeiten gibt es derzeit keinerlei Information. „Nicht einmal das eigene Informationsportal ‚Streckeninfo‘ der DB weiß heute, dass der Bahnhof Lage nicht befahrbar ist“, berichtet Engel. „Anscheinend ist die für das Schienennetz zuständige DB InfraGO derart personell ausgeblutet, dass die Informationssysteme zusammenbrechen. Wenn wir überhaupt irgendetwas erfahren, dann aus Diskussionsforen, in denen Insider weitergeben, was sie wissen oder beobachten. Aus solchen Quellen erfahren wir auch, dass in den vergangenen Wochen Schwellen und Gleise im Bereich Lemgo ausgewechselt wurden, die dort schon seit einem Jahrhundertdienst getan haben, und es wurden Sicherungen von Bahnübergängen ausgetauscht, die ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. Solche Insider mutmaßen schon, dass auch am 2. Dezember die Züge noch nicht fahren werden. Dass Bauarbeiten, wie die im Kreis Lippe kurzfristig von vier auf sechs Wochen verlängert werden, ist ein bundesweiter Einzelfall. „

Dass Fahrgäste diese Informationen erst auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle bekommen, liegt am unzulänglichen System der europäischen Fahrplanauskunft, von der die Fahrplaninformationen abhängen, die die Reisenden erhalten. „Auch auf der Seite der Eurobahn gibt es falsche Fahrplanauskünfte, daran kann die Eurobahn selbst aber gar nichts ändern. Das Europäische Fahrplanzentrum ändert die Fahrpläne nur mittwochs und freitags, wenn die Daten mit einigem Vorlauf eingegeben wurden. Die Eurobahn und ihre Fahrgäste sind schon mehrfach Opfer dieser langsamen Arbeitsweise geworden. Aktuellere Fahrplaninformationen können zwar kurzfristig eingegeben werden, aber das erfordert einen enormen personellen Mehraufwand. Angesichts der Unzahl an Baustellen im gesamten Betriebsbereich der Eurobahn gibt es auch hier Verzögerungen.“

Auch Mängel im Ersatzverkehr ergeben sich aus den viel zu späten Informationen der DB InfraGO. „Die Eurobahn muss sehr kurzfristig Busse und Fahrer beschaffen. Fahrzeuge und Personal stehen aber nicht auf Abruf bereit. Wir sind schon froh, dass die Eurobahn es schafft, ganz kurzfristig Ersatzverkehr zu organisieren. Da helfen viele aus, die eigentlich verdiente Freizeit oder Urlaub hätten. Dass das nicht ohne Ausfälle abgeht, kann, ist leicht nachzuvollziehen.“

„Wir können nur hoffen, dass die jetzigen Bauarbeiten so gründlich durchgeführt werden, dass irgendwann im nächsten Jahr ein Zustand erreicht wird, der dann wieder lange hält. Aber wir wissen auch, dass bei der DB das Personal knapp und überlastet ist, das die Bauarbeiten prüft und für einen sicheren Betrieb wieder freigibt.“

 

Ostwestfalen-Lippe: Streckensperrungen 2026

Überblick:

Bis Mai 2026 Sperrungen Kreis Lippe, Herford, Altenbeken – Kassel
Bis Ende 2026 Sperrungen Hamm – Rhein/Ruhr – Mittelrhein und Sieg

Die meisten Fahrpläne sind noch nicht angepasst. Fahrplanänderungen sind erst kurz vor Baubeginn zu erwarten.
Fahrpläne werden oft geändert, ohne dass darüber informiert wird.

Stand 7. Oktober 2025. Alle Angaben ohne Gewähr.
Auf 2 Monate im Voraus können Sperrungen auf https://strecken-info.de/ ermittelt werden. Diese Angaben sind aber nicht vollständig.

Nächtliche Sperrungen Strecken

Auf allen Strecken sind ab etwa 21 Uhr kurzfristig Streckensperrungen nicht ausgeschlossen. Bus-Ersatzfahrpläne werden nicht frühzeitig veröffentlicht, sondern erst wenige Tage vorher in die Auskünfte eingepflegt. Verantwortlich für die späte Information ist in der Regel DB InfraGo.

Details

Bielefeld – Herford – Löhne, Fernverkehr

27.02. – 6.3.2026 Vollsperrung Herford
Kein Fernverkehr in Bielefeld und Herford

Schienenersatzverkehr
Bielefeld – Herford – Löhne
Bielefeld – Herford – Bünde
Herford – Bad Salzuflen
Empfehlung für Autofahrer: Parkplätze hinder dem Bahnhof Löhne und Stadtbahn Bielefeld-Milse.

Kreis Lippe

27.03. – 11.05.2026
46 Tage Sperrung Bad Salzuflen – Lage

Sperrungen und Ersatzverkehr
RB 72 Herford – Lage
Die Datenlage ist unsicher. Angekündigt ist derzeit nur eine Sperrung Bad Salzuflen – Lage. Für diesem Fall ist wieder mit Ersatzverkehr im bisherigen Umfang zu erwarten.

Paderborn – Altenbeken – Kassel

06.03. – 27.03.2026 Warburg – Hofgeismar (RE 11 Paderborn – Kassel unterbrochen, kein Fernverkehr von und nach Altenbeken/Paderborn)
Empfehlung: Zum ICE nach Süddeutschland über Göttingen.

Ostwestfalen-Lippe

03.06. – 19.06. 2026 Altenbeken – Steinheim (Paderborn – Hannover)
24.07.- 10.08.2026 Bünde – Rahden
15.10.- 23.10. 2026 Wellendorf – Osnabrück (Haller Willem)
26.09. – 27.10.2026 Löhne – Vlotho (- Hameln)
30.10.- 03.11.2026 Bünde – Herford / Löhne
30.10.- 13.11.2026 Altenbeken – Höxter-Ottbergen
11.10. –  26.10.2026 Kreiensen – Holzminden.

Quelle: Vorlage des NWL
Hinweis: Der Schienenersatzverkehr betrifft in der Regel längere Strecken als die Sperrung selbst!

Sperrungen auf Zulaufstrecken

09.01. – 10.02. Essen – Duisburg – Düsseldorf
09.10. – 30.10. Essen – Duisburg – Düsseldorf
04.02. – 07.07.2028 Hagen – Unna – Hamm
06.02. – 10.07.2026 Hagen – Wuppertal – Köln
Hagen bleibt mit S-Bahn und RE 4 über Dortmund erreichbar.
S-Bahn und RE 4 Dortmund – Wuppertal stehen zeitweise zur Verfügung.
26.09. – 17.10.2025 Soest – Unna
Ganzes Jahr in wechselnden Abschnitten und Zeiträumen Hagen – Siegen.
Ganzes Jahr  in verschiedenen Abschnitte und Zeiträumen Köln – Bonn – Koblenz – Mainz.

Herford – Minden: Wieder extrem späte Baustellen-Information

Von Freitagabend, 28. Februar 2025 bis 24. März gelten abweichende Fahrpläne zwischen Bielefeld und Minden. Informiert wurde hierüber erst mit einer Pressemitteilung vom Vortag (27. Februar). Erneut werden Bahnpendler in Ostwestfrauen vor den Kopf gestoßen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist entrüstet über die viel zu späte Information.

Vom 28. Februar, 21 Uhr bis zum 24. März fallen Züge von Bielefeld bis Minden aus ganz aus oder es wird in Bad Oeynhausen und Porta nicht gehalten. Es gelten vier Bauphasen mit unterschielidhen Abweichungen:
Vom 28. Februar bis 6. März, 5:00 Uhr fallen aus:
RB 78 Bielefeld – Minden vollständig
RRX 6 Löhne – Minden vollständig
RE 60/70 Halt in Porta in beiden Richtungen
RE 60/70 Halt Bad Oeynhausen in Richtung Bielefeld / Osnabrück
RE 60/70 Halt Löhne in Richtung Bielefeld / Osnabrück
Anschluss RE 70/62 Hannover – Osnabrück wegen Hautausfall Löhne des RE 70.

Vom 6. März 2025 (5:00) bis 11.03.2025 (21:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden

Vom 11. März 2025 (21:00) bis Fr, 14.03.2025 (7:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden– jeweils nachts zwischen 21 Uhr und 7 Uhr
ebenfalls einige Fahrten RE 6, 60, 70

Vom 14. bis 17. März und 21. bis 24. März, jeweils zwischen 21:00 und 7:00 fallen aus
einzelne Züge RE 60, 70, 78 Minden – Kirchlengern / Bielefeld

Der Fernverkehr ist von den Zugausfällen nicht betroffen. Diese Züge können über die sogenannten „Gütergleise“ an der Baustelle vorbeifahren.

Informiert wurde hierüber in einer Pressemitteilung der Westfalenbahn vom 27. Februar 2025. die die Ausfälle der Eurobahn nicht nennt.

„Bauarbeiten sind unvermeidlich, und die Deutsche Bahn als Eigentümer der Schienen versucht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, kommentiert Rainer Engel für den Fahrgastverband PRO BAHN die Situation. „Aber die Information darüber findet oft erst statt, wenn Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Fahrpläne zwei oder drei Tage vor der Abfahrt geändert werden und die Pressemitteilung der Bahnunternehmen erst 24 Stunden vor Baubeginn geschrieben wird. Verantwortlich für die späte Information ist die Deutsche Bahn“, stellt Rainer Engel fest. „Wir bedauern sehr, dass Westfalenbahn und Eurobahn das nicht mitteilen. Die viel zu späte Information ist kein Einzelfall, sondern ein bundesweiter Flächenbrand, der durch die neue Bundesregierung abgestellt werden muss. Schon mehrfach wurden Fahrgäste gerader und um Herford wenige Tage vorher vor vollendete Tatsachen gestellt, und das wird angesichts weiterer Baustellen, von denen wir wissen, auch wieder passieren. Vom 7. bis 13. Juni wird in und durch Herford kein einziger Zug fahren, das sollten sich die Bürger jetzt schon in den Kalender eintragen, weil es in den Fahrplänen noch nicht steht.“

 

Eurobahn-Chaos durch Personalmangel Kreis Lippe: Wie geht es weiter?

Die Personalsituation bei der Eurobahn scheint sich konsolidieren. Seit Anfang März 2025 sind Personalausfälle die Ausnahme. Ausfälle und Verspätungen durch Probleme an der Infrastruktur, aber auch an Fahrzeugen, nehmen zu.

Die bisherige Liste der Personalausfälle wird daher einstweilen nicht weitergeführt.

Zwischenzeitlich hat die Übernahme der Eurobahn durch den Zweckverband NWL stattgefunden. Die Auswirkungen werden erst in geraumer Zeit bekannt sein.

>> Zum Archiv Zugausfälle und Störungen Juli 2024 bis März 2025