Stellungnahme zur Trassenwahl für eine Neubaustrecke

Erste Stellungnahme – Stand 05.12.2025

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die konsequente Fortsetzung der Planung durch die Deutsche Bahn. Die stark zunehmende Nachfrage nach Bahnverbindungen für Fernreisende und Güter durch die Kreise Herford und Minden sowie den Landkreis Schaumburg lässt keine andere Wahl, als zwei neue Gleise von Bielefeld bis Hannover zu bauen. Die noch in Arbeit befindliche Fortschreibung des Deutschlandtakts wird daher das Projekt der Neubaustrecke erneut bestätigen.

Verkehrlich beste Variante, erhebliche Vorteile für die Region

Die Entscheidung bedeutet, dass für den Abschnitt von Exter an Vlotho vorbei bis Hannover die Vorzugstrasse schon gefunden ist.  Für Ostwestfalen ist diese Entscheidung vorteilhaft, weil der Neubau mit der Bestandsstrecke im Landkreis Schaumburg verknüpft werden kann. Damit ist die Beschleunigung der Verbindungen von Bünde, Löhne, Bad Oeynhausen und Minden nach Hannover um bis zu einer Viertelstunde möglich, weil diese Züge die Neubaustrecke mitbenutzen können. Verkehrlich vorteilhaft ist auch, dass die Umfahrung Wunstorf auch unabhängig vom übrigen Streckenteil gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Dieser Abschnitt ohne Tunnel kann auch von Regionalzügen uneingeschränkt befahren werden. Die S-Bahn Hannover kann auch ohne weiteren Ausbau der Strecke viertelstündlich bis Wunstorf und halbstündlich bis Stadthagen fahren. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass für diesen Bauabschnitt eine sehr hohe Priorität besteht, die sich auch in der Aufnahme von weiteren Planungen und einem vorgezogenen Bau niederschlagen kann.

Schwierige Lage für Herford, Bielefeld-Brake und Bad Salzuflen

Für den Raum Herford – Bad Salzuflen – Bielefeld bedeutet die Entscheidung eine heftige Diskussion über zwei Alternativen. Herford steht vor der Alternative, entweder landwirtschaftliche Flächen bei Elverdissen zu schonen und vielleicht einen ICE-Halt möglich zu machen oder eine Großbaustelle mitten in der Stadt zu vermeiden. Bad Salzuflen steht vor dem Dilemma, dass eine Bahntrasse sehr nah an der Siedlung Elkenbrede vorbeiführt oder eine Direktverbindung nach Bielefeld mit der Bahn unmöglich wird. Für Bielefeld heißt die Alternative, dass neue Gleise entweder mitten durch Brake führen oder nah am Ortsteil Milse vorbei.
Die unterschiedlichen Auswirkungen der zwei noch zur Diskussion stehenden Trassenvarianten sind noch nicht abzuschätzen. Der Fahrgastverband PRO BAHN hofft aber, dass besonnene Politiker und Bürger aus den drei Städten in enger Zusammenarbeit Vor- und Nachteile genau analysieren und zu einer gemeinsamen Empfehlung an die Bahn kommen.

Vergleichende Wertung

Nach den Kriterien, die bereits überblickt werden können, verdient die Trasse an Bad Salzuflen vorbei den Vorzug. Diese vermeidet erhebliche Eingriffe in die Ortslagen im Bereich Brake und Herford und ist effizienter zu bauen. Nicht abschließend beurteilt werden können derzeit die Auswirkungen auf Trinkwasser und Heilquellen. Hierzu dürften ergänzende Untersuchungen erforderlich sein.

Sinnvolle Alternativen nicht geprüft?

In der Region wird geltend gemacht, dass sinnvolle Alternativen nicht geprüft wurden. Doch das trifft so nicht zu. Die Fortschreibung des Deutschlandtakts hat erneut überprüft, ob und wie die großen Neubauprojekte zu planen sind. Der Entwurf wurde bereits Mitte 2025 den Verbänden vorgelegt und liegt auch bei PRO BAHN vor. Danach wird das Projekt unverändert aufrechterhalten, wobei aber die Zielfahrzeit von 31  Minuten nicht mehr der hauptsächliche Grund ist, sondern Untersuchungen übr die erforderliche Kapazität. Die erforderliche Kapazität kann nur erreicht werden, wenn, wenn ab Bielefeld 5 Gleise Richtung Hannover zur Verfügung stehen.

Link zur Stellungnahme zu den noch in Diskussion befindlichen Trassen
Trasse 3 an Bad Salzuflen vorbei
Trasse 4 durch Herford

Bundesweit einmaliger Skandal: Bauarbeiten bis 19. Dezember im Kreis Lippe

Medienmitteilung – 1. Dezember 2025

Zum bundesweit einmaligen Skandal weiten sich die Bauarbeiten der Deutschen Bahn im Kreis Lippe aus. Das ist die Wertung des Fahrgastverbandes Pro Bahn Nordrhein-Westfalen. Nicht einmal 48 Stunden vor Abfahrt der Züge sind gültige Fahrpläne zu erhalten. Der Fahrgastverband fordert die lippische Politik auf, beim Vorstand der Deutschen Bahn und der Bundesregierung zu protestieren.

Wie die Lippische Landeszeitung am 1. Dezember berichtet, hat die Deutsche Bahn AG ihre Bauarbeiten rund um Lage (Lippe) bis zum 19. Dezember 2025 und damit den Bus-Ersatzverkehr zwischen Bielefeld, Herford, Detmold und Lemgo verlängert. Rainer Engel aus Detmold hat die Fahrplaninformationen an Morgen des 1. Dezember kontrolliert: „Nicht einmal die Eurobahn ist in der Lage, Fahrgäste richtig zu informieren. Auf der Internetseite steht immer noch, dass die Bauarbeiten am 2. Dezember nachts um 01 Uhr enden. Fahrplanauskünfte sagen, dass an 2. Dezember noch Ersatzbusse fahren, dass aber vom 3. Dezember an wieder Züge fahren. Tatsächlich ist aber seit Freitag bekannt, dass die Bauarbeiten nicht rechtzeitig fertig werden und noch bis zum 18. Dezember einschließlich dauern. Die Fahrgäste erfahren das aber nicht rechtzeitig. Verantwortlich ist dafür die DB InfraGO und das sehr schleppend funktionierende Informationssystem der Fahrplanauskünfte.“ Die Streckensperrungen begannen am 18. Oktober und sollten ursprünglich am 15. November beendet sein. Seither wird die Sperrung immer wieder scheibchenweise um einige Tage verlängert.

Für skandalös hält der Fahrgastverband auch die Informationspolitik der DB InfraGO. „Was wir bisher erfahren konnten, sind windelweiche Erklärungen, die keine Nachprüfung erlauben“, so Engel. „Unvorhersehbare Erschwernisse sind zwar möglich, aber diese kann man sehr genau benennen, wenn man will. Die Medien werden anscheinend mit inhaltslosen Worthülsen abgespeist. Wir müssen davon ausgehen, dass Missstände bei den beauftragten Unternehmen oder Organisationsmängel bei DB InfraGO selbst eine wesentliche Rolle spielen, die gegenüber der Öffentlichkeit verschleiert werden sollen. Die Arbeiten in Lage werden durch Steuermittel aus dem Bundeshaushalt finanziert, und die DB InfraGO gehört zu hundert Prozent dem Staat. Daher dürfen die Bürger eine lückenlose Aufklärung verlangen.“
Zum Skandal gehört auch, dass die Bauarbeiten im Sommer 2024 durchgeführt werden sollten. „Damals waren die Strecken bereits vier Wochen lang gesperrt, aber es konnten keine Bauarbeiter gesichtet werden. Erst als die Lippische Landeszeitung darüber berichtete, musste DB InfraGo kleinlaut einräumen, dass sie kein Unternehmen gefunden hatte, um die schon angelieferten Weichen und Schienen einzubauen. Seitdem hat das Material mehr als ein Jahr in Lage herumgelegen. Wir müssen daher davon ausgehen, dass gravierende Missstände innerhalb der DB InfraGO vorhanden sind. So viele Fehlleistungen der DB an ein und derselben Baustelle sind kein Zufall mehr“, so Engel. „Wir fordern daher alle lippischen Politiker auf, jetzt an höchster Stelle in Berlin zu protestieren.“

Skandalös ist auch die Qualität des Schienenersatzverkehrs. „Busse fallen einfach aus, Fahrgäste müssen stundenlang auf den nächsten warten, und sich dann in überfüllte Wagen quetschen, es gibt keine Informationen im Internet, ob Busse wirklich fahren“, berichtet Engel. „Die Eurobahn, die für den Busverkehr verantwortlich ist, muss sehen, woher sie von heute auf morgen Busse und Busfahrer zaubert. Die Eurobahn steht mit dem Rücken zur Wand, und Busfahrer, die einspringen, bekommen die Wut der Fahrgäste ab. Das wird sich jetzt noch wochenlang fortsetzen.“

„Die Probleme liegen genau bei der Abteilung für das Regionalnetz“, berichtet Engel. „Beim Fernnetz, zu dem zum Beispiel der Bahnhof Herford gehört, kann man sehr schwierige Bauarbeiten termingerecht fertigstellen oder die Ursachen klar benennen“, weiß Engel. „Anscheinend gehört der Kreis Lippe für die Deutsche Bahn zur tiefsten Provinz, der man einfach zumuten kann, dass monatelang keine Züge fahren, und der man das auch nicht erklären muss. Pressemitteilungen zur Verlängerung der Bauarbeiten gibt es nicht.“

„Von Ende März bis Anfang Mai ist schon wieder eine lange Sperrung des Bahnhofs Lage angekündigt, sodass der Schienenverkehr in weiten Teilen des Kreises Lippe stillstehen wird“, berichtet Engel. „Vor bösen Überraschungen ist der Kreis Lippe nicht sicher.“

Die Schweiz hat aus solchen Vorkommnissen bereits Konsequenzen gezogen. „Wer die Strecke sperrt, muss in der Schwyz auch für Ersatzbusse sorgen und kann nicht mehr den Hagel der Proteste auf fremde Röcken umleiten. Die Bundesregierung in Berlin hat aber anscheinend gar kein Interesse an einem funktionierenden Bahnverkehr und regelt nichts.“

 

 

Regionalvorstand neu gewählt

Auf der Regionalversammlung des Regionalverbandes Ostwestfalen-Lippe am  29. November 2025 wurde der Vorstand neu gewählt.

Vorsitzender bleibt Rainer Engel aus Detmold.
Stellvertretender Vorsitzender ist weiterhin Rainer Wester aus Paderborn-Scharmede.
Als Schatzmeister bleibt weiterhin Uwe Döring aus Lemgo im Amt.
Neu wird der Vorstand ergänzt durch Helmut Wilkening aus Detmold und Klaus Harlacher aus Paderborn-Scharmede.
Dr. Rudolf Hüls aus Lage wurde mit großem Dank für seine langjährige Arbeit aus dem Vorstand verabschiedet.

Der anlässlich der Regionalversammlung gezeigte Video-Vortrag ist hier verfügbar.
Auch als Podcast kann dieser Vortrag heruntergeladen werden.
Zum Download bitte die Funktion <Ziel speichern unter> verwenden.
Die Vorträge haben den Stand von Februar 2025. Am 6. Dezember werden neue Informationen von der DB veröffentlicht. Danach werden die Vorträge sehr bald auf den neuesten Stand gebracht.

Bis 2. Dezember weiter Ersatzverkehr

Presseinformation vom 18. November 2025

Fahrplanauskünfte regelmäßig falsch

Deutsche Bahn mit Bauarbeiten offenbar überfordert.

Die Eurobahn muss den Ersatzverkehr von Detmold und Lemgo Richtung Bielefeld und Herford mindestens bis zum 1. Dezember weiterführen. Darauf weist der Fahrgastverband PRO BAHN in. Nur auf der Internetseite zuginfo.nrw gibt es zuverlässige Informationen, alle anderen Fahrplan -Medien haben in den letzten Tagen falsche Auskünfte gegeben. Eigentlich hätten die Züge schon am vergangenen Samstag (15. November) wieder rollen sollen.

„Wer sich im Kreis Lippe auf die Bahn verlässt, ist aktuell leider sehr verlassen“, beschreibt Rainer Engel vom Fahrgastverband PRO BAHN die aktuelle Situation. „Die Eurobahn ist selbst das Opfer und kann die Fahrgäste bedauerlicherweise nicht besser informieren. Informationen über den Zustand und die Befahrbarkeit des Streckennetzes kommen von der dafür zuständigen Deutschen Bahn zu spät, und die Auskunftssysteme arbeiten zu langsam. Daher konnte die Eurobahn bisher ausschließlich über die Internetseite zuginfo.nrw informieren.“

Über den Grund der Verlängerung der Bauarbeiten gibt es derzeit keinerlei Information. „Nicht einmal das eigene Informationsportal ‚Streckeninfo‘ der DB weiß heute, dass der Bahnhof Lage nicht befahrbar ist“, berichtet Engel. „Anscheinend ist die für das Schienennetz zuständige DB InfraGO derart personell ausgeblutet, dass die Informationssysteme zusammenbrechen. Wenn wir überhaupt irgendetwas erfahren, dann aus Diskussionsforen, in denen Insider weitergeben, was sie wissen oder beobachten. Aus solchen Quellen erfahren wir auch, dass in den vergangenen Wochen Schwellen und Gleise im Bereich Lemgo ausgewechselt wurden, die dort schon seit einem Jahrhundertdienst getan haben, und es wurden Sicherungen von Bahnübergängen ausgetauscht, die ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben. Solche Insider mutmaßen schon, dass auch am 2. Dezember die Züge noch nicht fahren werden. Dass Bauarbeiten, wie die im Kreis Lippe kurzfristig von vier auf sechs Wochen verlängert werden, ist ein bundesweiter Einzelfall. „

Dass Fahrgäste diese Informationen erst auf dem Bahnsteig oder an der Haltestelle bekommen, liegt am unzulänglichen System der europäischen Fahrplanauskunft, von der die Fahrplaninformationen abhängen, die die Reisenden erhalten. „Auch auf der Seite der Eurobahn gibt es falsche Fahrplanauskünfte, daran kann die Eurobahn selbst aber gar nichts ändern. Das Europäische Fahrplanzentrum ändert die Fahrpläne nur mittwochs und freitags, wenn die Daten mit einigem Vorlauf eingegeben wurden. Die Eurobahn und ihre Fahrgäste sind schon mehrfach Opfer dieser langsamen Arbeitsweise geworden. Aktuellere Fahrplaninformationen können zwar kurzfristig eingegeben werden, aber das erfordert einen enormen personellen Mehraufwand. Angesichts der Unzahl an Baustellen im gesamten Betriebsbereich der Eurobahn gibt es auch hier Verzögerungen.“

Auch Mängel im Ersatzverkehr ergeben sich aus den viel zu späten Informationen der DB InfraGO. „Die Eurobahn muss sehr kurzfristig Busse und Fahrer beschaffen. Fahrzeuge und Personal stehen aber nicht auf Abruf bereit. Wir sind schon froh, dass die Eurobahn es schafft, ganz kurzfristig Ersatzverkehr zu organisieren. Da helfen viele aus, die eigentlich verdiente Freizeit oder Urlaub hätten. Dass das nicht ohne Ausfälle abgeht, kann, ist leicht nachzuvollziehen.“

„Wir können nur hoffen, dass die jetzigen Bauarbeiten so gründlich durchgeführt werden, dass irgendwann im nächsten Jahr ein Zustand erreicht wird, der dann wieder lange hält. Aber wir wissen auch, dass bei der DB das Personal knapp und überlastet ist, das die Bauarbeiten prüft und für einen sicheren Betrieb wieder freigibt.“

 

Ostwestfalen-Lippe: Streckensperrungen 2025 und später

Eilmeldung:
Sperrungen Kreis Lippe bis 18. Dezember verlängert!
Gründe sind noch nicht bekannt. Veröffentlichte Fahrpläne nicht gültig.

Bis Mai 2026 wird der Bahnverkehr im Kreis Lippe sowie im Spätverkehr auf allen Strecken beeinträchtigt. Ein Überblick mit Prognose der Auswirkungen.
Die meisten Fahrpläne sind noch nicht angepasst. Fahrplanänderungen sind erst kurz vor Baubeginn zu erwarten.
Fahrpläne werden oft geändert, ohne dass darüber informiert wird.

Stand 7. Oktober 2025. Alle Angaben ohne Gewähr.
Auf 2 Monate im Voraus können Sperrungen auf https://strecken-info.de/ ermittelt werden.

Nächtliche Sperrungen Strecken

Auf allen Strecken sind ab etwa 21 Uhr kurzfristig Streckensperrungen nicht ausgeschlossen. Bus-Ersatzfahrpläne werden nicht frühzeitig veröffentlicht, sondern erst wenige Tage vorher in die Auskünfte eingepflegt. Verantwortlich für die späte Information ist in der Regel DB InfraGo.

27.02. – 6.3.2026 Vollsperrung Herford
Kein Fernverkehr in Bielefeld und Herford

Schienenersatzverkehr
Bielefeld – Herford – Löhne
Bielefeld – Herford – Bünde
Herford – Bad Salzuflen

Seit 19.10. – 18.12 2025 Kreis Lippe

Daten geändert!
Sperrungen und Ersatzverkehr
RB 72 Herford – Detmold
RE 82 Bielefeld – Detmold – Horn-Bad Meinberg
RB 73 Oerlinghausen – Lemgo
Grund: Erneuerung von Weichen (die im Sommer 2024 nicht erneuert wurden)
Die ab dem 15.11. vorgesehene Streckensperrung ist verschoben.

27.03. – 11.05.2026
46 Tage Sperrung Bad Salzuflen – Lage

Sperrungen und Ersatzverkehr
RB 72 Herford – Lage
Die Datenlage ist unsicher. Angekündigt ist derzeit nur eine Sperrung Bad Salzuflen – Lage. Für diesem Fall ist wieder mit Ersatzverkehr im bisherigen Umfang zu erwarten.

Weitere Sperrungen in Ostwestfalen-Lippe

06.03. – 27.03.2026 Warburg – Hofgeismar (RE 11 Paderborn – Kassel unterbrochen, kein Fernverkehr von und nach Altenbeken/Paderborn)
03.06. – 19.06. 2026 Altenbeken – Steinheim (Paderborn – Hannover)
24.07.- 10.08.2026 Bünde – Rahden
15.10.- 23.10. 2026 Wellendorf – Osnabrück (Haller Willem)
26.09. – 27.10.2026 Löhne – Vlotho (- Hameln)
30.10.- 03.11.2026 Bünde – Herford / Löhne
30.10.- 13.11.2026 Altenbeken – Höxter-Ottbergen
11.10. –  26.10.2026 Kreiensen – Holzminden.

Quelle: Vorlage des NWL
Hinweis: Der Schienenersatzverkehr betrifft in der Regel längere Strecken als die Sperrung selbst!

Weitere Sperrungen auf Zulaufstrecken

04.02. – 07.07.2028 Hagen – Unna – Hamm
06.02. – 10.07.2026 Hagen – Wuppertal – Köln
Hagen bleibt mit S-Bahn und RE 4 über Dortmund erreichbar.
S-Bahn und RE 4 Dortmund – Wuppertal stehen zeitweise zur Verfügung)
26.09. – 17.10.2025 Soest – Unna

21.2. bis 19.3., 4.4. bis 14.5. und ab 13.6.
Ganzes Jahr in wechselnden Abschnitten und Zeiträumen Hagen – Siegen.

Herford – Minden: Wieder extrem späte Baustellen-Information

Von Freitagabend, 28. Februar 2025 bis 24. März gelten abweichende Fahrpläne zwischen Bielefeld und Minden. Informiert wurde hierüber erst mit einer Pressemitteilung vom Vortag (27. Februar). Erneut werden Bahnpendler in Ostwestfrauen vor den Kopf gestoßen. Der Fahrgastverband PRO BAHN ist entrüstet über die viel zu späte Information.

Vom 28. Februar, 21 Uhr bis zum 24. März fallen Züge von Bielefeld bis Minden aus ganz aus oder es wird in Bad Oeynhausen und Porta nicht gehalten. Es gelten vier Bauphasen mit unterschielidhen Abweichungen:
Vom 28. Februar bis 6. März, 5:00 Uhr fallen aus:
RB 78 Bielefeld – Minden vollständig
RRX 6 Löhne – Minden vollständig
RE 60/70 Halt in Porta in beiden Richtungen
RE 60/70 Halt Bad Oeynhausen in Richtung Bielefeld / Osnabrück
RE 60/70 Halt Löhne in Richtung Bielefeld / Osnabrück
Anschluss RE 70/62 Hannover – Osnabrück wegen Hautausfall Löhne des RE 70.

Vom 6. März 2025 (5:00) bis 11.03.2025 (21:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden

Vom 11. März 2025 (21:00) bis Fr, 14.03.2025 (7:00) fällt aus
RB 78 Bielefeld – Minden– jeweils nachts zwischen 21 Uhr und 7 Uhr
ebenfalls einige Fahrten RE 6, 60, 70

Vom 14. bis 17. März und 21. bis 24. März, jeweils zwischen 21:00 und 7:00 fallen aus
einzelne Züge RE 60, 70, 78 Minden – Kirchlengern / Bielefeld

Der Fernverkehr ist von den Zugausfällen nicht betroffen. Diese Züge können über die sogenannten „Gütergleise“ an der Baustelle vorbeifahren.

Informiert wurde hierüber in einer Pressemitteilung der Westfalenbahn vom 27. Februar 2025. die die Ausfälle der Eurobahn nicht nennt.

„Bauarbeiten sind unvermeidlich, und die Deutsche Bahn als Eigentümer der Schienen versucht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, kommentiert Rainer Engel für den Fahrgastverband PRO BAHN die Situation. „Aber die Information darüber findet oft erst statt, wenn Fahrgäste auf dem Bahnsteig stehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Fahrpläne zwei oder drei Tage vor der Abfahrt geändert werden und die Pressemitteilung der Bahnunternehmen erst 24 Stunden vor Baubeginn geschrieben wird. Verantwortlich für die späte Information ist die Deutsche Bahn“, stellt Rainer Engel fest. „Wir bedauern sehr, dass Westfalenbahn und Eurobahn das nicht mitteilen. Die viel zu späte Information ist kein Einzelfall, sondern ein bundesweiter Flächenbrand, der durch die neue Bundesregierung abgestellt werden muss. Schon mehrfach wurden Fahrgäste gerader und um Herford wenige Tage vorher vor vollendete Tatsachen gestellt, und das wird angesichts weiterer Baustellen, von denen wir wissen, auch wieder passieren. Vom 7. bis 13. Juni wird in und durch Herford kein einziger Zug fahren, das sollten sich die Bürger jetzt schon in den Kalender eintragen, weil es in den Fahrplänen noch nicht steht.“

 

Eurobahn-Chaos durch Personalmangel Kreis Lippe: Wie geht es weiter?

Die Personalsituation bei der Eurobahn scheint sich konsolidieren. Seit Anfang März 2025 sind Personalausfälle die Ausnahme. Ausfälle und Verspätungen durch Probleme an der Infrastruktur, aber auch an Fahrzeugen, nehmen zu.

Die bisherige Liste der Personalausfälle wird daher einstweilen nicht weitergeführt.

Zwischenzeitlich hat die Übernahme der Eurobahn durch den Zweckverband NWL stattgefunden. Die Auswirkungen werden erst in geraumer Zeit bekannt sein.

>> Zum Archiv Zugausfälle und Störungen Juli 2024 bis März 2025

 

Kommentar zur 2. Herforder Erklärung

Die zweite Herorder Erklärung fordert unter anderem einen Planungsstopp für die Neubaustrecke Bielefeld – Hannover.
Unwissen, Ignoranz, Verschleierung, Selbstgerechtigkeit und Narrative prägen diese Erklärung. Maximalforderungen werden aufgestellt, die darauf hinauslaufen, dass in Ostwestfalen-Lippe NICHTS neu gebaut werden darf. Für eine internationale Bahnverbindung ist das keine Basis für das Handeln der Bundesregierung. Solche Forderungen erhält die Bundesregierung von allen, die den Bau von Bahninfrastruktur verhindern wollen, überall, wo neu gebaut werden soll.
Den ausführlichen Kommentar finden Sie hier.

Neubaustrecke und Bad Salzuflen

Bad Salzuflen vor schwieriger Entscheidung: Mit Bedenken ins Abseits oder mit Mut und Vorsicht in die Zukunft?
Schneller nach Bielefeld oder Bahn-Anschluss bedeutungslos werden lassen?

Für die Stadt Bad Salzuflen steht mit der derzeitigen Planung einer Schnellfahrstrecke zwischen Bielefeld und Hannover eine sehr schwierige Entscheidung an. Eine der von der Deutschen Bahn vorgelegte Trasse ermöglicht, die Kurstadt in nur 10 Minuten mit dem Bielefelder Hauptbahnhof zu verbinden. Diese Trasse liegt sehr nah an der Autobahn A 2 und auf gleicher Höhe wie die Autobahn und kann daher den Lärmschutz verbessern. „Das ist unser eindeutiger Favorit“, erklärt Engel. „Die ersten fachlichen Ermittlungen zum anschließenden Tunnel durch den Obernberg lassen erkennen, dass diese Trasse ohne ernsthafte Gefährdung von Trinkwasser und Mineralquellen gebaut werden kann, denn die Trinkwasserquellen liegen weit darüber, die Mineralquellen weit darunter. Bei der Bahn ist das Problem präsent, deswegen wurde bereits ein qualifizierter Fachgutachtern berufen, wie wir erfahren haben. Mit genügend Vorsicht beim Bauverfahren können Schäden ausgeschlossen werden.“

Außer Bad Salzuflen würde der gesamte Kreis Lippe profitieren. „Der Rhein-Ruhr-Express könnte so nicht nur die Kurstadt, sondern auch Lage und Detmold mit Düsseldorf und Köln verbinden. Ohne Neubaustrecke wird diese Chance nicht bestehen“, so Engel. „Heute ist der Kreis Lippe die einzige bedeutende Region in Nordrhein-Westfalen, die in der landesweiten Planung des Express-Netzes gar nicht vorkommt. Das kann das Neubauprojekt ändern, und das ist ein großer Standortfaktor, gerade auch für eine Kurstadt. Das ist keine Fantasie, solche Aussagen klären wir mit Fachleuten ab, bevor wir damit in die Presse gehen.“

Alle anderen Trassen werden den Bahnverkehr für Bad Salzuflen bedeutungslos werden lassen, hat die Analyse ergeben,  „Eine vorgeschlagene Neubautrasse kann durch Herford führen und ist mit dem totalen Umbau des Bahnhofs verbunden, weil ICE-Züge mit 300 km/h durch den Bahnhof fahren sollen. Wenn dies realisiert wird, wird es nie mehr möglich sein, dass Züge über Herford hinaus fahren“, hat Engel festgestellt. „Eine weitere Trasse könnte die Werre auf einer 500 Meter langen Talbrücke überqueren, das finden wir überhaupt nicht schön und bringt der Stadt auch keine Vorteile. Die Vorstellung schließlich, dass zwischen Bielefeld und Herford gar nichts gebaut wird, wird dazu führen, dass die internationalen Züge dem heute leidlich funktionierenden Regionalverkehr den Platz wegnehmen und in Herford lange Umsteigezeiten entstehen. Der Stadtbus hat dafür schon die richtige Entscheidung getroffen, indem das Stadtbus-Netz an die Bielefelder Stadtbahn in Milse angeschlossen wurde.“

„Wir beneiden die Stadtpolitik vor dieser schweren Entscheidung nicht“, erklärt Engel. „Für Bad Salzuflen steht zur Wahl, ob die Stadt sich mit Bedenken ins Abseits katapultiert oder mit Mut und Vorsicht die einmalige Chance nutzt, die das Projekt bietet.“

Soweit vorgeschlagen wird, dass auf eine Neubaustrecke im Raum Herford / Bad Salzuflen ganz verzichtet werden könne, muss darauf hingewiesen werden, dass die Verkehrsprognose 2040 nahe legt, dass die Bundesregierung dafür keine Chance sehen wird. Mehr zur Verkehrsprognose 2040 und dem VCD-Vorschlag hier.

Generalsanierung Minden – Wunstorf: PRO BAHN fordert mehr als Busersatz

Generalsanierung Bahnlinie Minden – Wunstorf:
Ostwestfalen darf nicht abgehängt werden

Fahrgastverband fordert intelligente Lösungen für Ersatzverkehr auch auf der Schiene

Anlässlich der von der DB schon für 07.07.2028 – 08.12.2028 angekündigten Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Ostwestfalen und Hannover fordert der Fahrgastverband intelligente Lösungen: Bielefeld darf vom ICE-Verkehr nicht abgehängt werden. Für Fahrgäste aus der Region müssen Züge über Ersatzstrecken fahren. Busverkehr nach Hannover ist angesichts täglicher Staus auf den Autobahnen nicht akzeptabel.

Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass die ursprünglich für 2030 vorgesehene Totalsperrung der Bahnlinie nach Hannover schon im zweiten Halbjahr 2028 () stattfinden soll. „Mit Busverkehr als Ersatz können wir uns bei einer Sperrung für ein halbes Jahr nicht zufriedengeben“, erklärt Rainer Engel, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN in Ostwestfalen-Lippe. „Angesichts der bisherigen Arbeitsmethoden der DB müssen wir aber befürchten, dass nur Busse als Ersatz fahren und Bielefeld vom ICE-Verkehr abgehängt wird. „Bessere Angebote sind möglich, sind aber von der DB an anderer Stelle in Deutschland noch nicht ausprobiert worden.“
Die Generalsanierung bedeutet, dass zwischen Minden und Wunstorf kein Zug auf dem direkten Weg nach Hannover fahren kann. „Anders als bei der jetzt laufenden Sanierung der Riedbahn südlich von Frankfurt gibt es keine leistungsfähigen Umleitungen“, erklärt Engel. „Bei jeder Streckensperrung zwischen Hamm und Hannover werden ICE-Züge weiträumig umgeleitet, und Bielefeld ist vom Fernverkehr völlig abgehängt. Auch Fahrgäste aus Gütersloh, Herford und Minden schauen auf leere Abfahrtstafeln. Fahrgäste müssen sich in überfüllte Regionalbahnen und Busse zwängen, die gar nicht für Fernreisen bestimmt sind. Das ist uns gerade in den letzten Wochen bei Sperrungen in Gütersloh und Herford wieder besonders aufgefallen.“
Der Fahrgastverband hat sich bereits genau angesehen, was technisch und entsprechend dem Fahrplan möglich ist. „Jede Stunde kann ein ICE über eine Umleitung nach Nienburg und von dort nach Berlin fahren. Das dauert zwar eine Stunde länger als gegenwärtig, ist aber akzeptabel. Dass Fahrgäste nach Berlin mit Bussen fahren müssen und dabei auf der ständig verstopften Autobahn hängen bleiben, ist hingegen nicht hinnehmbar.“
„Auch für Fahrgäste muss gesorgt werden, die sich keine Fernzug-Fahrkarten leisten können und mit dem Deutschlandticket unterwegs sind. Diese Fahrgäste suchen sich Wege über andere Strecken, und das führt regelmäßig zu chaotischen Zuständen, weil die Züge auf den Umleitungsstrecken viel zu kurz sind“, beobachtet Engel. „Bei Sperrungen nehmen Fahrgäste lieber Umwege in Kauf, um mit Zügen zu fahren, und meiden die Ersatzbusse. Das haben wir aktuell auch zwischen Frankfurt und Mannheim beobachtet, wo Ersatzbusse ziemlich leer fahren, die bei der Riedbahn-Sperrung S-Bahnen und Regionalbahnen ersetzen. Zwischen Herford und Hannover wird das auch geschehen: Fahrgäste werden sich in die viel zu kurzen Züge der Regionalbahn nach Hameln quetschen und den lokalen Pendlern der S-Bahn nach Hannover die Plätze streitig machen. Ich erinnere mich noch genau an eine solche Sperrung vor mehreren Jahren, bei der die Weserbahn hoffnungslos überfüllt war, während die Ersatzbusse auf dem normalen Weg reichlich Platz boten. Es genügt daher nicht, wenn die Bahn an Mindener Bahnhof Busse hinstellt. Die Logik der Fahrplanauskunft leitet Fahrgäste bei Umleitungen unweigerlich in Züge mit zu wenig Platz.“
Beim Fahrgastverband PRO BAHN unterschätzt man nicht den Aufwand, der für kluge Lösungen notwendig ist. „Einen ICE kann man nicht mit einer Diesellok über eine Strecke ohne Oberleitung schleppen“, weiß Engel. „Aber es muss möglich sein, geeignete Fahrzeuge aus anderen Teilen des Bundesgebiets zu beschaffen, damit Fahrgäste über die Weserbahn nach Hannover fahren können. Bisher hat die DB aber nur Ersatzbusse gekauft.“

Zur Pressemitteilung der DB

Auch PRO BAHN Niedersachsen warnt

Zur Pressemitteilung des PRO BAHN Landesverbandes

Hintergründe

Sperrung Riedbahn
Die schnellste Verbindung Frankfurt – Mannheim ist gegenwärtig gesperrt. Fahrgäste, die nicht zu einer der Stationen an der Strecke wollen, können auf den Umleitungsstrecken über Darmstadt und Worms daran vorbeifahren. Das dauert eine halbe Stunde länger. Die Züge dieser Linien sind sehr leistungsfähig und fahren elektrisch.
Ungenügende Umleitungen
Die Umleitungsstrecke Minden – Nienburg ist zwar elektrifiziert, sodass ICE dort fahren können. Die Strecke ist aber eingleisig, mit wenigen Ausweichen. Mit einem ICE je Stunde und Richtung bleibt nur Platz für einige Güterzüge. Die Westfalenbahn kann dort nicht umgeleitet werden.
Die zweite Umleitung führt über Vlotho nach Hameln. Diese Strecke ist eingleisig und hat eine geringe Kapazität. Da keine Oberleitung vorhanden ist, können ICE nicht fahren. Die kleinen Dieseltriebwagen sind auf den recht schwachen Regionalverkehr ausgelegt.
Problem ist kein Einzelfall:
Die Streckensperrung Minden – Wunstorf ist hinsichtlich der beschriebenen Folgen kein Einzelfall. Auch zwischen Frankfurt und Saarbrücken wird die ICE-Strecke gesperrt, die schnellste Verbindung führt dann über Bad Kreuznach. Dort fahren kleine Triebwagen wie auf der Weserbahn.
Fahrplanauskunft

Die Fahrplanauskunft zeigt in der Grundeinstellung immer die schnellste Verbindung. Wenn die Fahrt von Bielefeld oder Herford mit der Weserbahn über Hameln schneller ist als der Ersatzbus ab Minden, wird diese angezeigt und nicht der Ersatzverkehr.